„Zehn bis 15 gute Jahre könnten wir bekommen“, lautete die Ansage von unserem Lieblings-Wirtschafts-Professor Hans Werner Sinn, Präsident des Instituts für Wirtschaftsforschung (Ifo) in München. Ihm zufolge geht es den Deutschen wieder prächtig: Denn der Konjunkturmotor springt an, die Wirtschaft brummt, die Arbeitslosenzahlen schmelzen. Die Bundesrepublik erlebt einen ungeahnten Jobboom, man beginnt sogar schon wieder vergleiche mit dem sogenannten Wirtschaftswunder in der Anfangszeit der Bundesrepublik zu ziehen.
Auch die Unternehmen legen immer mehr die Finanzkrise ad acta und besetzen wieder offene Stellen, aber der Schein trügt. Denn viele Vorstände misstrauen den zarten Knospen des Konjunkturpflänzchens. Statt Arbeitnehmer fest einzustellen, setzen sie vermehrt auf Zeitarbeit. Niedrigere Löhne und flexiblere Vertragsklauseln machen Leiharbeit auch weiterhin für Unternehmen attraktiv. Sollte das deutsche Jobwunder nun doch ein jähes Ende finden, so können sich die Arbeitgeber dann viel schneller vom Leiharbeiter trennen als von ihren Festangestellten, welche ja gerade durch die Krise zum Teil massiv heruntergefahren wurden.
Nun wächst die Nachfrage nach Leiharbeitern wieder steil an. Nach Schätzungen des DGB gibt es derzeit 825 000 Leiharbeiter in Deutschland – so viele wie nie zuvor. Schon 2011 wird wahrscheinlich erstmals die Millionenmarke übersprungen. „Leiharbeit war der Jobmotor des Aufschwungs“, bestätigt auch der DGB. Nach einer Studie des Marktforschungsinstituts Lünendonk rechnen die führenden deutschen Zeitarbeitsunternehmen dieses Jahr im Schnitt mit Umsatzzuwächsen von 15,5 Prozent.
Ihr seht Leiharbeit ist definitiv nicht mehr aus unserem Berufsalltag wegzudenken. Nun ist es Aufgabe von uns Gewerkschaftern und Arbeitnehmervertretern, genug Druck auf Politik und Arbeitgeberverbände auszuüben, um auch vernünftige Rahmenverträge zum Thema Leiharbeit zu erlassen. Mindestlöhne? Flächentarife? Prozentualen Leiharbeiteraufschlag? Quotenregelung? Wie wär es denn mit einer Leiharbeiterquote auch in der Führungsriege? Beispiel: Auf 5 Manager kommt ein Zeitarbeitsmanager, glaube fest daran dass der seinen Beruf ernster nimmt als so mancher Fest-Manager, wetten dass???
Nun aber mal wieder ein Film-Tipp. „Wallstreet – Geld schläft nicht“, der zweite Teil des Kultfilms aus dem Jahre 1987, wieder mit Michael Douglas als Börsenhai Gordon Gekko. Nun ist der Film in der Neuzeit angekommen, die Finanzkrise beginnt, Unternehmen und Banken geraden ins Wanken. Ist Gordon Gekko nach seinen Jahrelangen Knastaufenthalt geläutert? Seht es euch selber an, das möchte ich hier nicht verraten. Aber während es damals „nur“ um Millionen ging, geht es jetzt nur noch um Milliarden. Und eins zeigt der Film ganz deutlich: „Geld ist eine Hure!“, und die wechselt wie man sieht auch ganz, ganz schnell den Bettnachbarn. Mir selber hat der Film sehr gut gefallen, deshalb gebe ich ihm 5 von 5 Milliarden. Ich möchte auch gerne mal so Schuhe einkaufen gehen, wie Gekko in London, „Passt, packen sie mir 4 Paar davon ein!“
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Übrigens habe ich die Tage wieder mal gemalt. Da ich nun schon mehrfach zu hören bekam, das meine Bilder immer so düster wären, habe ich nun mal ein (hoffentlich) etwas bunteres Bild gemalt. „The yellow brick road“, so nenne ich es einfach.
Ab morgen geht es nach Hannover zur IG-BCE Beiratssitzung, und von dort aus geht es direkt wieder ins Ederer-Bergland, wo ich wieder mal als Referent ein paar Betriebsräten die Angst vorm Betriebsverfassungsgesetz nehmen darf, freu mich schon.
See you…
Zum ersten Mal seit der Gründung der Bundesrepublik, sind die Bruttolöhne der Arbeitnehmer geschrumpft. Nach einer Berechnung des Statistischen Bundesamtes sind durch die viel gefahrenen Kurzarbeitschichten im vergangenen Jahr, die Bruttolöhne gegenüber dem Jahr 2008, um 0,4 Prozent gesunken. Arbeitnehmer verdienten demnach vor Abzug von Steuern und Sozialabgaben durchschnittlich 27.648 Euro. Dafür verantwortlich waren in erster Linie die hohe Zahl von Kurzarbeit und der damit einhergehende Abbau von Überstunden. Besonders stark traf es natürlich, die Beschäftigten in der Industrie, die ein Minus von insgesamt 3,6 Prozent hinnehmen mussten!
Diese Zahl ergibt sich übrigens, durch die Summierung der Löhne und Gehälter aller Arbeitnehmer hierzulande, angefangen vom geringfügig Beschäftigten (können aber auch „geringfügig Bezahlte Vollzeit-Beschäftigte“ sein!), über Beamte, bis hin zum Manager, inklusiv Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Wäre mal interessant zu erfahren, wie hoch eigentlich der Durchschnittslohn, aller Arbeitnehmer im Lohnverhältnis alleine wäre, denke mal einiges weniger, oder?
Aber laut der DIHK (Deutsche Industrie- und Handelskammer), sind seit Beginn der Krise, erstmals mehr Firmen optimistischer, als pessimistischer eingestellt, was die zukünftige Auftragslage betrifft und hält für das Jahr 2010 einen Wirtschaftswachstum von 2,3%, für realistisch. Bei der Beschäftigung könne, laut der DIHK eine "erste Entwarnung" gegeben werden. Die Arbeitslosenzahl wird nach ihrer Meinung, im Jahr 2010 auf „NUR“ durchschnittlich 3,6 Millionen steigen. Bislang hatte man einen Anstieg auf 3,9 Millionen erwartet.
Nicht zu verschweigen sollte man aber, dass das Münchner Ifo-Institut, die oben genannte Zahl, für zu hoch hält. Man rechne ihrerseits, von einem realen Wachstum von 1,7% und wirft der DIHK Zweckoptimismus vor. Die Wirtschaft wird laut Ifo nach der jüngsten Aufholjagd in der zweiten Jahreshälfte wieder eine Verschnaufpause einlegen, wobei sich insbesondere das Auslaufen der Konjunkturprogramme bemerkbar machen soll. Wie denkt ihr über diese zwei, ziemlich unterschiedlichen Wachstumseinschätzungen denn?
Das war der Karneval 2009, genauso (wenig) lustig wie jedes Jahr. In den Strassen tummelten sich wieder im wahrsten Sinne des Wortes die Narren, welche ab heute Morgen dann wieder das ganze Jahr Trübsal blasen, um 2010 dann aber wieder auf Kommando ein Inferno der Heiterkeit zu sein, samt Pappnase! In unserer Gegend sind wir zum Glück, wieder einmal Verhältnis mäßig klimpflich davon gekommen. Obwohl rings um uns herum fleißig Faschingsansprachen gehalten wurden, vor allen in Richtung Osten, wird das Narrentreiben hier wo ich wohne, nur auf Sparflamme gekocht. Aber auch in unserer beschaulichen Region, ließ es sich dieses Jahr wieder kein Sport- oder sonstiger Verein, welcher etwas auf sich hält, nehmen seine männlichen Mitglieder als Frauen zu verkleiden und auf die Bühne zu jagen, wie alle Jahre wieder…! Leute lasst Euch mal was anderes einfallen und nutzt die Zeit für politischen und wirtschaftlichen Hohn und Spott, das sind nämlich die Ursprünge des Karnevals. Über Kerle welche sich als Weiber verkleiden, hat schon bei Peter Alexander als „Graf Bobby“, keiner mehr so richtig gelacht. Außer natürlich die „Wir hatten doch nichts Generation“!!! Ihr merkt auch dieses Jahr konnte ich mich nicht für dieses Treiben erwärmen, also werde ich auch nächstes Jahr wieder meine Meinung darüber kundtun, es sei denn, dass der Karneval irgendwann mal wieder wirklich witzig wird!!!
Aber noch jemand fängt an sich so langsam von uns zu verabschieden. Und dem weine ich auch keine Träne hinterher, nämlich dem Schnee. Auch wenn wir immer noch erst Februar haben, so scheint es doch, dass bis auf den vielleicht ein oder anderen einzelnen Schneefall, das schlimmste hinter uns liegt. Auf dem obigen Bild ist übrigens keine neue Abraumhalde von uns zu sehen, sondern der letzte hartnäckige Rest, welchen ich in den vergangenen Wochen von unserem Hof geschippt hatte. Nun sitze ich hier mit einer Blume im Knopfloch und erwarte den Frühling, denn nach dem Winterschlaf, mach ich mich nun fit für die Frühlingsmüdigkeit ;-)!!!
Bleiben wir heute auch beim Thema Wirtschaft auf Stimmungstief, das fällt im Moment nämlich gar nicht schwer, man muss sich nur dem DAX anpassen. Der ist seit gestern erstmals unter die Marke von 4000 Punkten gefallen und hat damit den tiefsten Stand seit 2004 erreicht. Experten befürchten sogar einen Rückgang auf bis zu 3300 Punkte. Der Ifo-Geschäftsklima-Index zeigt auch weiterhin einen leichten Rückgang an und lässt die von uns allen erwartete Trendwende, erstmal wieder in die Ferne rücken. Indes hellten sich die Geschäftserwartungen der Unternehmen von revidiert 79,5 Punkten im Vormonat auf 80,9 Punkte auf. Volkswirte hatten jedoch mit einem stärkeren Anstieg auf 81,2 Punkte gerechnet. Die Lagebeurteilung trübte sich von 86,8 Punkten auf 84,3 Punkte ein. Erwartet wurde ein Rückgang auf lediglich 84,9 Punkte. "Insgesamt deuten die Befragungsergebnisse nicht auf eine konjunkturelle Wende hin", so unser „Freund“ Ifo-Präsident Professor Dr. Hans-Werner Sinn, wenn der das so sagt, dann macht das auch sicherlich Sinn, oder???
Und wenn wir heute schon mal so richtig schön mies drauf sinn (hat jetzt aber nichts mit dem gleichnamigen Professor zu tun!), will ich das auch beim Lesetipp bleiben. „Terror“ von Dan Simmons, ein knapp 1000 Seiten starkes Meisterwerk, über die von Sir John Franklin in dem Jahr 1845 gestartete Arktis-Expedition, um die legendäre Nordwestpassage im ewigen Eis zu finden.
Dan Simmons versteht es wieder einmal perfekt, einen Spannungsbogen über die tatsächlich geschehene Geschichte aufzubauen, bei der damals alle 130 Teilnehmer ums Leben kamen und man noch heute die beiden Schiffwracks der „Erebus“ und „Terror“ sucht, um die genauen Umstände der Katastrophe aufzudecken. Dafür gibt es die volle Punktzahl von 5 Polarsternen, wie gesagt meisterhaft geschrieben von der ersten Seite an, eben halt ein Roman von Dan Simmons, über den selbst Stephen King urteilt: „Er schreibt wie ein Gott, ich kann gar nicht sagen wie sehr ich ihn beneide!“
Genug Trübsinn für heute, ich verabscheue mich. Aber vorher noch etwas für die Rubrik unnützes Wissen. Wusstet Ihr eigentlich, dass es Millionen Gedichte über die Liebe gibt. Aber keines über die Raufasertapete, obwohl die meist länger hält!!!