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Sonntag, 9. Oktober 2011

Bauchgefühl im Kopf!


Die letzten Tage durfte ich zusammen mit einer neuen Kollegin unseres kleinen IG-BCE (Bezirk Kassel) Referentenkreises, wieder mal ein paar Betriebsratskolleginnen und Kollegen einen kleinen hilfreichen Einblick in das Betriebsverfassungsgesetz geben. Eine äußerst dynamische Gruppe hat sich da zusammen getroffen. Was ist Recht? Was sagt mir mein Bauchgefühl? Oftmals gibt einem das Bauchgefühl schon Recht, aber wo finde ich im Gesetzesdschungel das passende Gesetz dazu? 

 
Pausen und sonstige Auszeiten wurden von den Teilnehmern komplett außen vor gelassen – von wegen Arbeitszeitgesetz. Bis spät in die Abendstunden wurde fleißig über betriebliche Mitbestimmung, Beteiligungsrechte, Personalplanung und anderen wichtigen Themen geredet. Es hat mir selber wieder einmal sehr viel Spaß gemacht und ich freue mich schon auf die nächste Runde mit den betreffenden Akteuren im November. Ihr wart sehr gut und seit auf dem richtigem Wege!

 
Aber genug Lob von mir selber, denn der kam heute auch von allerhöchster Stelle. Unser oberster „BB“ (Bundesboss) Christian Wulff hat die Gewerkschaften für ihre Lohnzurückhaltung in der Krise gewürdigt. «Sie haben Maß gehalten in Zeiten, in denen andere jegliches Maß verloren haben», sagte er heute zum Auftakt des IG-Metall-Kongresses in Karlsruhe.

„Es ist mit der Verdienst der Gewerkschaften, dass Deutschland in dieser Krise weltweit einzigartig gut dasteht. Die Liberalisierung und Deregulierung ging zu weit und wurde missbraucht. Der Bankensektor muss saniert und neu geordnet werden - durchgreifend und zügig. Den Akteuren an den globalen Finanzmärkten muss ein Ordnungsrahmen gesetzt werden - umfassend und wirkungsvoll.“

Als großes Plus der deutschen Wirtschaft nannte Wulff die Mitbestimmung. „Wo kooperativ miteinander umgegangen wird, wird produktiver gearbeitet. Das wichtigste Kapital steckt nicht in den Maschinen, sondern in den Köpfen der Menschen. Deutschland habe zudem nicht den Fehler mancher seiner Nachbarländer gemacht und sich von der Industrie abgewandt. Sie bauen keine Luftschlösser, produzieren keine Blasen, die dann - wenn keine realen Werte dahinter stehen - zerplatzen. Sie stellen handfeste Produkte her, die weltweit gebraucht werden: Maschinen, Anlagen, Autos, Flugzeuge, Schiffe, Kraftwerke.“

 
Klare Worte, ohne Frage. Gerade in der Krise hat sich ja wohl gezeigt, das Gewerkschaften KEINE Sozialutopisten, sondern realhandelnde agierende Verantwortungspartner sind, welche sich sehr wohl ihrer Rolle in der Gesellschaft, als auch in der Wirtschaft bewusst sind!!!

Doch nun genug zum Thema Gewerkschaften, denn ich habe für euch einen absoluten Geheimtipp. Ich habe die Tage einen Prospekt mit allerlei interessanten Produkten, welche man so nicht im Fachhandel kaufen kann, bekommen. Neben einigen mehr oder weniger nützlichen Dingen, habe ich was ganz tolles entdeckt: Schuhpuder argentinischer Tangotänzer – Das kleine Geheimnis Südamerikanischer Tangotänzer. Hält Füße trocken, frisch und unversehrt. So der Originaltext!!!

Ich glaube sogar, dass das nicht nur bei Tangotänzern wirkt. Nein, ganz bestimmt auch bei Traumtänzern. Ob FDP-Mitglieder das sogar gratis bekommen…?

…eine schöne Woche euch allen!
…und tanzt nicht zu viel auf dem Vulkan!

Sonntag, 17. Juli 2011

Eidgenössische Schwarzgeldprobleme?

Im letzten Blog habe ich noch kurz über die Probleme einer Wiedereinführung, der DM geschrieben. Das es wahrscheinlich nämlich deutlich mehr Nach- als Vorteile für uns hätte. Und nun passiert genau dieses immer stärker unseren Europäischen Nachbarn, welche nicht in der EU sind, nämlich den Schweizern.

Durch Jahrelange sehr gute Bankgeschäfte (mit unserem Schwarzgeld) und sprudelnde Steuereinnahmen, ist der Schweizer Franken (CHF) stets gestiegen. Eigentlich ein Traum eines jeden Landes. Doch Gewerkschaften und Arbeitgeber schlagen nun gemeinsam Alarm. Sie sehen Zehntausende Arbeitsplätze in Gefahr. Große Sorgen bestehen zum Beispiel bei der Fostag AG im Kanton Schaffhausen. Sie liefert Anlagen zur Herstellung von Kunststoffteilen. 100 Mitarbeiter sind hier beschäftigt. Mehr als die Hälfte der Produktion gehen in den Euroraum. "Der starke Schweizer Franken ist für uns eine Katastrophe", sagt Firmenchef Rolf Mühlemann. "Wir werden immer teurer und immer weniger wettbewerbsfähig. Das macht uns natürlich Angst für die Zukunft."

Als Reaktion auf den starken Franken hat der Unternehmer die Produktivität in seinem Betrieb gesteigert. Die Spielräume sind aber langsam ausgereizt. Andere Mittelständler lassen ihre Beschäftigten bereits länger arbeiten bei gleichem Lohn oder sie haben die Löhne gekürzt. Beim Verband der Maschinen- und Metallindustrie Swissmem heißt es: "Unser Haus steht in Flammen". Die Hälfte der Verbandsmitglieder denkt bereits darüber nach, die Produktion ins Ausland zu verlagern.

Vielleicht auch nach Deutschland? Denn in kaum einem anderen Land in Europa, gibt es bessere Voraussetzungen für Unternehmer. Die niedrigsten Ausfalltage der Arbeitnehmer bei Streiks, denn hier wird erst verhandelt und dann erst auf die Straße gegangen (nicht wie in Frankreich). Die Lohn und Gehaltskosten sind auch nicht höher als im Europäischen Ausland, auch wenn wir dies gerade vor Tarifverhandlungen immer zu hören bekommen. Und, und, und. Aber ein Problem gibt es schon bei uns, denn wir müssen so langsam mal unsere extrem steigenden Energiekosten in den Griff bekommen. Die explodieren nämlich gerade genauso wie die Kraftwerke, aus denen sie kommen.

Aber zurück zu den Schweizern. Die fahren nun schon immer mehr zum Einkaufen in die Nachbarländer, da auch die Lebensmittelpreise immer mehr steigen. Die Arbeitgeber und Gewerkschaften fordern derweil Hand in Hand, dass die Nationalbank eingreift. Doch die hält sich im Moment zurück: Um den Franken zu schwächen, könnte sie nur die Inflation anheizen. Der Zürcher Unternehmensberater Klaus Wellershoff hält das für wenig wahrscheinlich, denn mehr Inflation würde bei der Schweizer Bevölkerung nicht gut ankommen. "Die Schweiz ist stolz auf wirkliche Preisstabilität. Die Inflationsrate ist ein ganzes Stück tiefer als im Euro-Raum oder in den USA. Und das aufgeben zu wollen, nur weil zeitweilig die Devisenmärkte verrücktspielen - das ist ein viel zu hoher Preis."

Doch nun mal wieder ein kleiner Kulturtipp: Ich war gestern Abend mal wieder bei den Bad Hersfelder Festspielen. „Der Name der Rose“ stand auf dem Programm. Ein 2-Stündiges Bühnenwerk, nach dem Roman von Umberto Eco. War wirklich nicht schlecht gemacht, die Darsteller waren sehr überzeugend. Besonders der Darsteller des Mönches Salvadore, das verrückte Sprachgenie. Aber Vorsicht, wer den Roman nicht kennt, oder nicht mal den Film gesehen hat, sollte von einem Besuch der Aufführung absehen, da es sonst schwer sein könnte, der Handlung zu folgen. Ist schon ein gewagter Akt, solch ein gewaltiges Werk auf der Bühne darzustellen. Trotzdem, es hat mir im Großen und Ganzen gefallen, deshalb 4 von 5 Sternen.

Macht’s gut – Ora et labora!

Sonntag, 24. Oktober 2010

Wirtschaftswunder die zweite?

„Zehn bis 15 gute Jahre könnten wir bekommen“, lautete die Ansage von unserem Lieblings-Wirtschafts-Professor Hans Werner Sinn, Präsident des Instituts für Wirtschaftsforschung (Ifo) in München. Ihm zufolge geht es den Deutschen wieder prächtig: Denn der Konjunkturmotor springt an, die Wirtschaft brummt, die Arbeitslosenzahlen schmelzen. Die Bundesrepublik erlebt einen ungeahnten Jobboom, man beginnt sogar schon wieder vergleiche mit dem sogenannten Wirtschaftswunder in der Anfangszeit der Bundesrepublik zu ziehen. Auch die Unternehmen legen immer mehr die Finanzkrise ad acta und besetzen wieder offene Stellen, aber der Schein trügt. Denn viele Vorstände misstrauen den zarten Knospen des Konjunkturpflänzchens. Statt Arbeitnehmer fest einzustellen, setzen sie vermehrt auf Zeitarbeit. Niedrigere Löhne und flexiblere Vertragsklauseln machen Leiharbeit auch weiterhin für Unternehmen attraktiv. Sollte das deutsche Jobwunder nun doch ein jähes Ende finden, so können sich die Arbeitgeber dann viel schneller vom Leiharbeiter trennen als von ihren Festangestellten, welche ja gerade durch die Krise zum Teil massiv heruntergefahren wurden. Nun wächst die Nachfrage nach Leiharbeitern wieder steil an. Nach Schätzungen des DGB gibt es derzeit 825 000 Leiharbeiter in Deutschland – so viele wie nie zuvor. Schon 2011 wird wahrscheinlich erstmals die Millionenmarke übersprungen. „Leiharbeit war der Jobmotor des Aufschwungs“, bestätigt auch der DGB. Nach einer Studie des Marktforschungsinstituts Lünendonk rechnen die führenden deutschen Zeitarbeitsunternehmen dieses Jahr im Schnitt mit Umsatzzuwächsen von 15,5 Prozent. Ihr seht Leiharbeit ist definitiv nicht mehr aus unserem Berufsalltag wegzudenken. Nun ist es Aufgabe von uns Gewerkschaftern und Arbeitnehmervertretern, genug Druck auf Politik und Arbeitgeberverbände auszuüben, um auch vernünftige Rahmenverträge zum Thema Leiharbeit zu erlassen. Mindestlöhne? Flächentarife? Prozentualen Leiharbeiteraufschlag? Quotenregelung? Wie wär es denn mit einer Leiharbeiterquote auch in der Führungsriege? Beispiel: Auf 5 Manager kommt ein Zeitarbeitsmanager, glaube fest daran dass der seinen Beruf ernster nimmt als so mancher Fest-Manager, wetten dass??? Nun aber mal wieder ein Film-Tipp. „Wallstreet – Geld schläft nicht“, der zweite Teil des Kultfilms aus dem Jahre 1987, wieder mit Michael Douglas als Börsenhai Gordon Gekko. Nun ist der Film in der Neuzeit angekommen, die Finanzkrise beginnt, Unternehmen und Banken geraden ins Wanken. Ist Gordon Gekko nach seinen Jahrelangen Knastaufenthalt geläutert? Seht es euch selber an, das möchte ich hier nicht verraten. Aber während es damals „nur“ um Millionen ging, geht es jetzt nur noch um Milliarden. Und eins zeigt der Film ganz deutlich: „Geld ist eine Hure!“, und die wechselt wie man sieht auch ganz, ganz schnell den Bettnachbarn. Mir selber hat der Film sehr gut gefallen, deshalb gebe ich ihm 5 von 5 Milliarden. Ich möchte auch gerne mal so Schuhe einkaufen gehen, wie Gekko in London, „Passt, packen sie mir 4 Paar davon ein!“ . Übrigens habe ich die Tage wieder mal gemalt. Da ich nun schon mehrfach zu hören bekam, das meine Bilder immer so düster wären, habe ich nun mal ein (hoffentlich) etwas bunteres Bild gemalt. „The yellow brick road“, so nenne ich es einfach. Ab morgen geht es nach Hannover zur IG-BCE Beiratssitzung, und von dort aus geht es direkt wieder ins Ederer-Bergland, wo ich wieder mal als Referent ein paar Betriebsräten die Angst vorm Betriebsverfassungsgesetz nehmen darf, freu mich schon. See you…

Mittwoch, 15. Juli 2009

Statt feindlicher Übernahme nun feindliches behalten?

Obwohl…? Behalten ist eigentlich schlecht formuliert, drohen man doch die eigene Firma in die Luft zu sprengen. Aber mal von Anfang an, denn hier kommt mal wieder mein „Lieblingssatz“ zu gute: „Die Leute müssten mal auf die Strasse gehen!“ …und als zweites dann immer: „In Frankreich lassen sie sich, das nicht gefallen!“ Stimmt ja auch, nur das in im Lande des Camembert & Baguette, eigentlich zuerst auf die Strasse gegangen wird, danach setz man ich an den Tisch zu einer Verhandlung. Vielleicht liegt deshalb, die Durchschnittliche Gewerkschaftszugehörigkeit dort gerade mal bei 15%, sollte man mal drüber nachdenken?!

Aber nun haben uns die Französischen Nachbarn mal mit ’ner ganz neuen Protestaktion Überrascht, Chefs entführen oder Flüsse verseuchen, kannten wir ja schon. Aber die eigene Fabrik in die Luft sprengen zu wollen, dass ist wirklich neu, denn die mehr als 300 Mitarbeiter des Autozulieferers New Fabris in Chatellerault in Mittelfrankreich sind verzweifelt. Und zu allem entschlossen. Sie drohen, ihr Werk in die Luft zu sprengen, wenn es nicht bis Ende des Monats eine Einigung gibt. Das Werk ist schon seit längerem pleite. Jetzt wollen die entlassenen Mitarbeiter wenigstens eine Abfindung erzwingen: 30.000 Euro pro Kopf. Mit drastischen Methoden, gibt Gewerkschafter Eyermann zu: "Natürlich ist das radikal, aber waren sie nicht auch radikal zu uns? Sie haben uns fallengelassen. Einfach so. Dann werden wir genauso fiese Methoden anwenden wie sie!"

Junge, Junge, dass nenn ich mal Gewerkschaftsarbeit mit Sprengkraft, vor soviel Energie kann ich nur sagen: Hut ab, oder besser mal Baskenmütze ab. Viva la revolution!!! Nur in Frankreich möglich, oder könnte in anbetrachtes der Finanzkrise und des wachsenden Unmutes darüber, hierzulande in Zukunft eine ähnliche Protestaktion bald Realität werden?

Hoffe nur das unsere Politiker etwas mehr unsere Ängste und Nöte ernst nehmen werden und nicht nur auf die Bundestagswahl schauen, danach werden nämlich genug unangenehme Wahrheiten auf den Tisch gebracht, wenn es dann nicht schon in manchen Dingen zu spät ist! Aber eine Politikerin hat ja nun zu spüren bekommen, wenn man sich nicht mit seinen Hausaufgaben befasst. Die FDP-Europaabgeordnete Silvana Koch-Mehrin hat den Sprung ins Präsidium des Europaparlaments nur knapp geschafft. Trotz der Kritik mancher Abgeordneter an ihrer Arbeitsleistung wurde die 38-Jährige zu einer der 14 Vize-Präsidenten gewählt - allerdings erst im dritten Durchgang. Die FDP-Politikerin ist im Europaparlament mehr als umstritten. Viele Abgeordnete werfen ihr vor, mehr in Talkshows und People-Magazinen zu glänzen, als mit Arbeitseifer in den Ausschüssen. Ja, ja, man sollte gerade als Politiker da reden wo es nötig ist und mit Fakten und Kompetenz glänzen!

Ja und während unsere Jungpolitikerin Jenny, im Juso Camp in Ungarn weilt (denke Terrorcamps sind verboten?), muss ich leider hier bleiben, denn Sommerzeit ist ja leider bei mir Sommer-Reparatur-Zeit. Deswegen nutze ich gerade jedes freie Wochenende mit Fahrradfahren, inklusiv Pannenbehebung wie Ihr auf dem obigen Foto sehen könnt. Kommen wir nun aber gleich zum obligatorischen Kulturtipp bzw. Buchtipp: „Maximum Rock’and’Roll – Die AC/DC Biographie“. Ein recht unterhaltsames Werk über den Werdegang der Australischen Hardrocker um das Geschwisterduo Angus und Malcolm Young. Einziger Kritikpunkt am Buch ist, dass zwar sehr ausführlich die Entstehung der einzelnen Alben geschildert wird, man aber sehr wenig persönliches über die Bandmitglieder erfährt, da geben sie nur wenig preis (haben ja recht!). Ich gebe dem Buch als Bewertung 4 von 5 Höllenglocken!

Soviel für Heute, macht’s gut da draußen. Im übrigen werde ich mal in den nächsten Tagen über die Odyssee eines kleinen Druckerproblems schreiben, laßt Euch überraschen!!!