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Mittwoch, 17. März 2010

Stimmt die Chemie untereinander?

Die Beschäftigten der Chemiebranche befinden sich gerade in ihrer derzeitigen Tarifverhandlung. Auch hier gibt es, aufgrund der gerade angespannten Arbeitsmarktsituation, erstmals keine konkrete Lohnforderung. Hauptaugenmerk der Vertreter der Chemiearbeitnehmer wird, wie in jeder anderen Branche derzeit, darauf liegen, die Beschäftigungsverhältnisse und die Übernahme der Auszubildenden zu sichern.

Das ist ja nun gerade in allen Branchen so. Wirklich in allen? Nein, es gibt eine Branche, welche ab heute mit einer konkreten Lohnforderung in die Tarifrunde geht. Denn die Bahn kommt, zumindest tariflich gesehen. Man fordert eine Lohnerhöhung von 6%, Verbesserungen der Arbeitszeit und bessere Zulagenregelungen. Wie dieses „Paket“ nun genau aufgeteilt werden soll, darüber ist man sich noch nicht einig, aber der Spielraum des Unternehmens würde solch eine Forderung zulassen, so ein Sprecher der Bahngewerkschaft Transnet. Da lassen wir uns mal überraschen was dort am Ende des Tunnels herauskommt. Realistische Forderung, oder derzeit doch etwas vom Gleis abgekommen???

Ein positives Urteil für Betriebsräte kam heute vom Bundesarbeitsgericht „himself“: Betriebsräte (das sind die, die sich immer hinter dem Kürzel „BR“ verstecken) dürfen sich im Betrieb politisch äußern. Aber bevor nun der ein oder andere „Kollege“ (Kollege ist hier übrigens geschlechtsneutral gemeint!) jetzt gleich mit der Fahne seiner Lieblingspartei durch den Betrieb rennt: Mmoommeenntt!!! Denn: Betriebsräte dürfen in ihrer Rolle als Mitarbeitervertreter nicht für eine bestimmte Partei werben, aber sich durchaus allgemein politisch betätigen, in besagtem Falle zum Beispiel, einen allgemeinen Aufruf zur Teilnahme an einer Wahl starten. Denn laut Gericht ist ein allgemeiner Aufruf zu einer Wahl oder Abstimmung „keine parteipolitische Betätigung“. Also Mund aufmachen ja, aber nur in Maßen!

Kommen wir nun zum im letzten Blog angekündigten Thema „Katzenstreu“. Dachte ja bisher immer: Katzenstreu ist Katzenstreu, weil wir ja auch dafür das Grundmaterial liefern. Aber weit gefehlt, denn letzten Samstag sah ich beim einkaufen (also shoppen), dass es nun Katzenstreu für Katzen welche nur im Haus gehalten werden, für kastrierte Katzen (also Kater, ist das eigentlich AGG konform?), für freilaufende Katzen, und, und, und gibt. Toll was sich die Werbeindustrie alles so einfallen lässt, um ihre Produkte an den Mann, bzw. Herrchen zu kriegen. Ist ungefähr so, wie mit dem guten gesunden supertollen Himalayasalz aus Polen, wer’s glaubt…!

Warte jetzt nur noch auf das Klopapier speziell für Nichtraucher, oder die Briefumschläge, welche auch für Diabetiker geeignet sind!

…Ideen muss man haben…

Donnerstag, 25. Februar 2010

Mit Power auf den Point gebracht

Als ein starkes Signal, sieht die Gewerkschaft das Ergebnis der Schlichterkommission, für die Lohnverhandlungen des öffentlichen Dienstes, welches von den Verhandlungspartnern einvernehmlich empfohlen wurde.

Im Tarifkonflikt für die Angestellten bei Bund und Kommunen hat sich die Schlichtungskommission auf folgendes verständigt: Eine Einmalzahlung in Höhe von 240 Euro zum 1. Januar 2011 sowie eine prozentuale Lohnerhöhung in drei Stufen. Demnach sollen die Löhne in diesem Jahr um 1,2 Prozent, ab Januar 2011 um weitere 0,6 Prozent und ab August 2011 nochmal um 0,5 Prozent steigen. Die Schlichter empfehlen eine Laufzeit bis zum 29. Februar 2012, zusammen also 2,3%, bei einer Laufzeit von 24 Monaten. Klingt jetzt zwar Lohnmäßig, auf dem ersten Blick nicht so prall, aber wie wir gerade immer mehr lernen (müssen), liegt der Schwerpunkt der jetzigen Tarifrunden, nicht mehr nur beim Geld alleine.

Deshalb sieht die Einigung der Schlichter zudem Vorschläge für flexible Arbeitszeitregelungen für ältere Beschäftigte und eine zwölfmonatige Übernahmegarantie für Lehrlinge nach dem Ende ihrer Ausbildung vor. Auch soll wieder Bewegung in die festgefahrenen Gespräche zwischen den Tarifpartnern über die seit 2005 strittige Entgeltordnung kommen, mit der die Beschäftigten eingruppiert werden. Na ist doch immerhin schon mal etwas, allerdings ist dies bisher erst eine Empfehlung, am Samstag soll dann in Potsdam über eine Annahme der genannten Forderungen beraten werden.

Wir selber hatten uns letztes Wochenende auch zu Beratungsgesprächen zurückgezogen. Themenschwerpunkt waren unsere IG-BCE Betriebsratsseminare 2010 und ein Rückblick auf die im Jahre 2009 durchgeführten Seminare. Unser Kollege Oliver Venzke von der Abteilung Bildung unterrichtete uns zum Thema: „Methodik und Didaktik in der Bildungsarbeit“. Klingt zwar etwas abstrus, ist aber nichts anderes als das Zusammenspiel zwischen dem Lehrenden und dem Lernenden, die so genannte Subjektorientierung von Sendungs- und Empfangsbewusstsein, sprich ein Lernerlebnis zu erzeugen. Was aber euch für die Leser selber interessant sein sollte, ist das man mittlerweile zu sehr Power-Point fixiert arbeitet. Nicht das „PP“ schlecht ist, ganz im Gegenteil, aber das Programm verleitet zu zuvielen Spielereien. Also: Weniger ist mehr, konzentriert euch auf das wesentliche und formuliert mehr selber. Wer mal ein absolut geiles und vor allen humorvolles Negativbeispiel sehen will, schaut mal nach unter: www.youtube.com/watch?v=yL_-1d9OSdk Echt cool der Herr Professor!

Apropos Negativbeispiel, dass ist immer mehr unser Spaß-Außenminister. Der überfahrt mit seiner unsinnigen populistischen Hartz IV. Debatte, mittlerweile eine „Rote Ampel“ nach der anderen. Aber im Gegensatz zu einer anderen Person, welche diese Woche die Konsequenzen aus ihrer „Irrfahrt“ geschlossen hat (leider, hatte ja nicht wirklich was mit ihrem Beruf selber zu tun, war halt nur menschliches Versagen!), sieht er nicht mal ansatzweise ein, das er immer mehr zum politischen Geisterfahrer mutiert. Oder hat da jemand ne andere Meinung?

Soviel für Heute, Morgen geht es in aller frühe zur Bezirksvorstandsitzung und am Samstag findet dann sogleich unsere Funktionärskonferenz statt, werde euch darüber unterrichten.

Chicken: Chicken, Chicken, Chicken…

…Chicken!!!

PS: Vielen dank dafür noch mal an dich Oliver.

Freitag, 5. Februar 2010

Wieder im Land und schon verbrannt ...

Hallo Ihr Lieben, da krabbel ich gerade aus dem Flieger (OK Moggel ich bin schon seit ein paar Tagen wieder zurück) und schon hat einen der Alltag überrollt. Ganz kurz zu Kanada, EINFACH TRAUMHAFT, kann ich nur sagen und werde versuchen 2011 diesmal im Sommer, über den großen Teich zu kommen. Diesmal 3 Wochen mit dem Wohnmobil queer durch die Lande. Nette Leute, schöne Landschaft und gutes Essen (soviel zu den guten Vorsätzen im neuen Jahr aber welcher Irre versucht schon im Urlaub zu Fasten?) Wie schon gesagt hat mich der Alltag ganz schnell wieder eingeholt und was soll ich sagen ich hab’s halt nicht anders verdient. Während im Betrieb langsam alle vor Spannung um die Betriebsratswahl Amok laufen (denn wir haben Personenwahl also ALLES ist möglich) reißen bei mir die Termine rund um den Stadtrat nicht ab. Das ist im übrigen mein Bild für die Kandidatenliste zur BR Wahl und ich steh auf Platz 7 direkt hinter den Freigestellten, ziel ist es für mich diese Position zu halten, mal sehen wo ich am 11.3 dann rauskomm.
Gestern dann der Schock in der Ratssitzung. Unser Kämmerer stellte uns den Doppelhaushalt 2010/2011 vor der mit einer dicken Überschrift zusammengefasst werden kann; „Ganz viel Sparen sonst sind wir ganz schnell in der Haushaltssicherung“, was fast so viel heißt wie Dormagen steht ganz knapp vor der Pleite. OK es gibt einige Kommunen die sind schlechter dran aber auch uns traf es dennoch hart. Viele Sanierungen und Vorhaben müssen in den nächsten Jahren verschoben oder sogar ganz gestrichen werden. Da erscheinen die Tarifstreiks der Verdi für mich zum ersten mal in einem ganz anderen Licht. Habe ich bisher immer nur durch die Arbeitnehmer- Brille geschaut, habe ich jetzt, wenn auch ein wenig Symbolisch gesehen, den kleinen Einblick in die Ecke der Arbeitgeberseite gefunden. Denn jetzt heißt es im Haushalt ist eine Summe X für die mögliche Tariferhöhung eingeplant. Gibt es mehr muss an anderen Stelen diese Summe wieder reingeholt werden, z.B. in der längst fälligen Sanierung eines Kindergartens oder des Ausbaus der Nahverkehrstrecken. Ganz schön verzwickte Lage. Wie seht ihr das denn? Natürlich ist es wichtig eine Lohnsteigerung für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst rauszuholen, jedoch gibt es seit der Wirtschaftskrise und den diversen Übertragungen von Verantwortlichkeiten in die Kommune die ein oder andere die kurz vorm Bankrot steht. Ich hoffe man kommt zu einem Abschluss der sowohl den Arbeitnehmern als auch den Kommunen und Städten entgegenkommt. Morgen werden wir in Köln-Bonn uns dann zu einem kleinen Tarifauftakttreffen zusammenfinden und unsere eigenen Forderungen an die Arbeitgeber und die Tarifrunde 2010 diskutieren. Hier hab ich natürlich wieder meine ureigene IG BCE Brille auf (Oh Verdammt ich fürchte ich werde Schizophren) Mein Kulturtip heute: Ich war leider noch nicht in Holmes aber das hol ich demnächst noch nach. Sonntag hab ich mir den Mädchenfilm „Wenn Liebe So einfach wäre“ angesehen. Geschichte ist kurz beschrieben. Mann nimmt sich junge Geliebte verlässt Frau, heiratet Geliebte und merkt dann nach 10 Jahren was er an der „Alten“ hatte und fängt eine Affäre an. Gut OK für die Storry bekommt er keine Punkte die ist echt lahm aber die Schauspieler sind toll und man lacht sich von der ersten bis zur letzten Minute schier wech. Ich vergebe 4 von 5 Schmunzelpunkten. Heute mal wieder etwas zum Thema unnützes Wissen: Ein südamerikanischer Wissenschaftler hat nach langwierigen und komplizierten Untersuchungen herausgefunden, dass Personen, die sexuell kaum aktiv sind, ihre e-Mails (bzw blogs) mit der Hand auf der Maus lesen. Du brauchst sie jetzt nicht mehr wegnehmen, ist eh zu spät... Ein schönes Wochenende! Read you!

Sonntag, 15. Februar 2009

Quis custodiet ipsos custodes!

Man, man, man, war das ne Woche. Will nur hoffen, dass jetzt mal ein paar ruhigere Tage kommen, wird wohl aber eher nicht so werden. Doch der Reihe nach:

Am Dienstag haben wir zum großen Warnstreik aufgerufen. Grund war die immer mehr ins stocken zu geratene Tarifverhandlung. Da das Angebot der Arbeitgeberseite alles andere als zufrieden stellend war, sahen wir nun den Zeitpunkt gekommen, um mal ordentlich Dampf vor dem Werkstor zu machen. Innerlich hatten wir ja schon gehofft, dass uns unsere Kollegen dabei unterstützen werden. Aber was dann los war, hat selbst uns kühnsten Hoffnungen noch überstiegen. Knapp 500 Mitarbeiter standen auf einmal mit uns Betriebsräten, vor dem Werkstor und unterstützen unseren Kampf für bessere Löhne. Damit hätte die Arbeitgeberseite sicherlich nicht gerechnet, dass trotz derzeitiger Kurzarbeit, die Kumpels bereit sind, für bessere Löhne auf die Regennasse Strasse zu gehen!

Dermaßen gestärkt fuhren wir dann am Mittwochmorgen, zur 3. Verhandlungsrunde nach Baunatal, um uns in eine zähe und extrem schwierige Verhandlung zu begeben. Wieder erwarten, kam dort dann nach vielen langen Stunden, spät Abend gegen 22.00 Uhr, dann doch noch eine Einigung zu Stande. Und die kann sich wirklich sehen lassen:

Ab dem 01. Februar werden alle Löhne und Gehälter um 100€ angehoben, bei einer Laufzeit von 11 Monaten. Ab dem 01. Januar 2010, werden die Löhne und Gehälter um nochmals 75€ angehoben, bei einer Laufzeit von weiteren 8 Monaten. Zulagen und ergänzende Regelungen werden analog der Vergütungserhöhung angehoben. Somit haben Mitarbeiter in der sogenannten „Ecklohngruppe 4“, eine durchschnittliche Lohnerhöhung von knapp 4,5% (plus Zulagen). Die Ausbildungsvergütung, wird je nach Lehrjahr, auf bis zu 900€ (4. Lj. Untertägig) erhöht.

Dieses sehr gute Ergebnis, wäre ohne die zahlreichen Kolleginnen und Kollegen, welche sich an unseren Protestaktionen beteiligt hatten, sicherlich nicht möglich gewesen. Also, vielen, vielen Dank an Euch!!! Das einzige was nicht schön war, war die Heimfahrt dann Mittwochnacht. Im Schleichtempo ging es durch das dickste Schneegestöber, über die total vereisten Autobahnen und Landstrassen, so dass ich dann mal gegen 23.30 Uhr, endlich wieder zuhause angekommen war. Um dann früh morgens wieder zur Sonder BR-Sitzung zu erscheinen, um das Ergebnis zu verkünden (gähn)!!!

Samstagmittag, saß ich dann nach eifrigen Schneeschippen und Hof freimachen, daheim in der Bude und fing dann endlich mal an Flyer für unseren Vertrauenskörpervorstand auszudrucken, zuschneiden und mit je einem Speicherstick (1Gigabyte) zu bekleben. Das hatte ich schon seit Wochen vor mir her geschoben, war da nicht mal was mit ner „Eilig-/ Wichtig-Tabelle“??? Was wir mit den Sticks bzw. Flyern vorhaben, darf ich Euch aber hier nicht verraten, nur soviel es kommt dem ein oder anderen Kollegen zu gute.

Aber Samstagabend hab ich mir dann mal eine kleine Auszeit gegönnt,...!

Zum Schluss wieder mal einen Kulturtipp. Diesmal kein Buch oder Film, sondern mal was anderes, nämlich einen Comic. Ich habe mir die Woche mal ein Werk des Comic-Gurus Alan Moore reingepfiffen. „Watchmen“ ein absolutes Meisterwerk mit gigantischen 426 (!!!) Seiten, da ist so mancher Versandhauskatalog dünner. Doch nun zum Inhalt. Wie sieht eine Welt aus, in der es wirklich Superhelden gibt? Vor dem Hintergrund eines Amerikas der 80ziger Jahre, welches den Vietnamkrieg gewonnen hat und der Präsident immer noch Nixon heist, werden die sogenannten Helden immer mehr zum Zerrbild der USA und sich selber. Kein Thema bleibt dabei tabu. So haben die Helden sehr reelle Probleme wie Alkoholsucht, Impotenz, Homosexuallität und, und, und. „Watchmen“ gilt nicht zu unrecht, als das bedeutendste Comic-Meisterwerk aller Zeiten und wurde vom Timesmagazin sogar in die Liste der hundert wichtigsten Romane (!!!) aller Zeiten aufgenommen. Als Bewertung gibt es dafür 5 von 5 Wächter, den werde ich mit sicherheit noch ein oder zwei Mal zur Hand nehmen. Bin jetzt schon mal auf die Filmische Umsetzung gespannt.

Daher auch der Titel, des heutigen Blogs:

„Quis custodiet ipsos custodes! Wer wacht über die Wächter?“