Donnerstag, 27. Januar 2011

Mobil, immobil und Playmobil

Die Autobranche boomt, derzeit sogar so sehr, dass die Zulieferindustrie aber, besser genannt Automotive, dem Boom selber aber auf Halbgas hinterher fahren muss. Deshalb werden bei Volkswagen am kommenden Montag die Werke in Wolfsburg und Emden still stehen. Der Grund liegt bei den Zulieferern, denn diese haben Probleme, die hohe Nachfrage zu bedienen. Diese ist so groß, dass es in der Produktionskette jetzt kurzfristig hakt. Im Wolfsburger Stammwerk wie auch am Standort Emden dürfen sich die Mitarbeiter deshalb am kommenden Montag über einen außerplanmäßigen freien Tag freuen (bezahlt oder unbezahlt?). Damit soll den VW-eigenen Komponentenwerken, aber auch den externen Zulieferern Gelegenheit gegeben werden, den Lieferrückstand aufzuholen. Unter anderem fehlen sogar komplette Motoren. Und wie Volkswagen kämpfe derzeit die gesamte Automobilbranche mit Lieferengpässen. Auch Daimler-Chef Dieter Zetsche äußert sich derzeit ungewohnt kritisch. "Die Lieferindustrie ist insgesamt sehr angespannt." Aufgrund der hohen Nachfrage seien die Kapazitäten in der Zulieferindustrie sehr gut ausgelastet. Anders als Volkswagen hat der Stuttgarter Autobauer bislang allerdings keine Probleme, die Produktion am Laufen zu halten. Auch bei BMW gebe es derzeit keine Pläne, die Produktion zu stoppen. Es gebe zwar gelegentlich Engpässe, diese könnten aber bislang ohne Schwierigkeiten überbrückt werden, sagte ein Sprecher der bajuwarischen Motorenwerke. Nun zeigt sich die böse Schattenseite, des von den ach so weißen Managern doch so gepredigte „Just in Time Management“. Man hat halt über Jahre hinweg, immer mehr Lagerkapazitäten ausgelagert, aber auch ganze Produktionszweige abgeschafft. Offizieller Grund: Lagerkosten; Inoffiziell hat man damit aber auch über Jahre hinweg die Zulieferer bei den Produktpreisen drangsalieren können. Nun bleibt halt das rollende Lager, immer mehr in den Schlaglöchern hängen. Vielleicht lernt man ja mal was daraus, glaub’s aber nicht wirklich. Bin mal gespannt wann auf dem ersten Auto steht: Designed in Gerany, assembled in China! Ist nur noch ne Frage der Zeit, wetten? Schaut doch mal auf die Rückseite eines Ipod, Iphone gar Ipad, da steht sowas nämlich schon lange!!! Aber es gibt auch eine gute Nachricht. Der fränkische Spielzeughersteller Playmobil, im übrigen ein Familienunternehmen, hat derzeit alles andere als Mobilitätsprobleme. 507 Millionen Euro erlöste der „Püppchenbauer“ im vergangenen Jahr, und damit ein Plus von sieben Prozent. Playmobil hat somit erstmals die magische Umsatzschwelle von 500 Millionen Euro überschritten. Für den Spielzeughersteller aus dem fränkischen Zirnsdorf ist es damit das elfte Erfolgsjahr in Folge. Rund 100 Millionen Figuren hat Playmobil im Jahr 2010 produziert, insgesamt wurden sogar bereits 2,4 Milliarden Männchen hergestellt. Mit acht Prozent Marktanteil ist Playmobil übrigens hinter Lego die Nummer zwei auf dem deutschen Markt. Die Erlöse der Brandstätter-Gruppe, zu der außer Playmobil noch der Pflanzentopfhersteller Lechuza gehört, betrugen 2010 knapp 560 Millionen Euro (plus 7,9 Prozent). Die Mitarbeiterzahl stieg auf 3250, davon arbeiteten 1780 in Deutschland. Gratulation dazu erstmal, aber der Erfolg ist ja auch kein Wunder, wenn sogar unsere Bundeskanzlerin mit ihrer Playmobil-Frisur schon seit Jahren kostenlos Werbung mach!!!
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Ach übrigens werkelt derzeit VW, ja massiv am 1 Liter Auto – Das wär ja dann mal das erste Auto was weniger schluckt wie so mancher Fahrer selber…

Sonntag, 23. Januar 2011

Auf- und Abschwünge

Gestern fand bei uns daheim, im osthessischen Schenklengsfeld, wieder unser traditionelles IG-BCE Neujahrstreffen statt. Unser Bezirksleiter Friedrich Nothelfer konnte dieses Jahr insgesamt über 900 Gäste begrüßen. Neben den Vertretern aus Politik & Wirtschaft, war es auch wieder ein munteres zusammentreffen, vieler Betriebsräte, Vertrauensleute, Ortsgruppenmitgliedern und vielen anderen „betrieblichen Akteuren“. Hauptrednerin dieses Jahr, war Edeltraut Glänzer vom geschäftsführenden Hauptvorstand der IG-BCE.
Ihre Rede traf voll auf den Nagel und schilderte gekonnt unsere heutigen Problembaustellen: "Heute können wir sagen: Der Aufschwung ist da, die Konjunktur ist kräftig und robust. Und wir wissen: Dieser Aufschwung ist nicht vom Himmel gefallen, sondern ist ganz besonders auch unser Verdienst. Unser wichtigstes Ziel in der Krise war, Massenentlassungen zu verhindern. Das ist unser Aufschwung und dieser Aufschwung muss sich auch für die Beschäftigten auszahlen. Jetzt geht´s um uns, wir erwarten als die Gewerkschaften mehr Lohn und Sicherheit für die Beschäftigten.“ Edi Glänzer forderte in ihrer Rede die Anhebung von Spitzensteuer und Reichensteuer, stärkere Besteuerung von Kapitalerträgen, eine Umsatzsteuer für Transaktionen auf den Finanzmärkten sowie eine Debatte um mehr Leistungsgerechtigkeit in der Steuerpolitik. Die Schieflage im Steuersystem müsse nun endlich korrigiert werden, erklärte Edi Glänzer. Weiße Worte, nun wissen wir was wir dieses Jahr also zu tun haben, auf geht’s! Umrahmt wurde die Veranstaltung übrigens wieder von einer unserer 3 Bergmannskapellen. Diese Jahr waren es die Gesangskollegen der Bergmannskapelle Unterbreizbach, welche uns aus 900 Kehlen wieder das Steigerlied entlockten – schööönnn!!!! Wir fördern den Aufschwung, das ist quasi unser Slogan 2011. Gewaltig im Abschwung aber befindet sich derzeit unsere Bundeswehr. Gerade noch vor ein paar Tagen, wurde die Aussetzung der Wehrpflicht beschlossen, oder sollte man nicht besser sagen befohlen. Doch gerade jetzt wo man sich um eine vernünftige Neuausrichtung unserer Verteidigungsarmee bemühen sollte, kommt ein Skandal nach dem anderen auf den Tisch. Ein Soldat welcher nun offensichtlich von seinem eigenem Kameraden, bei Waffenspielchen erschossen wurde, merkwürdige Verhältnisse auf unserem Paradesegelschiff Gorch Fock, ebenfalls verbunden mit dem Tod einer Kameradin und scheinbar geöffnete Heimatbriefe der Soldaten(Stillepost?). Unser Superminister zu Guttenberg ist momentan wahrlich nicht um seinen Posten zu beneiden. Er hat nun den Generalinspekteur beauftragt, eine Überprüfung in allen Teilstreitkräften vorzunehmen, inwieweit es in den letzten Jahren und auch jetzt noch Anhaltspunkte für Rituale gibt, die den Grundsätzen der Bundeswehr widersprechen. Ich dachte immer dass diese „Rituale“, der heimliche Grundsatz der BW wären!!! Diese Untersuchungen sollen nun aber zeitnah aufzeigen, welche Konsequenzen sich daraus ergeben müssen. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums räumte allerdings ein, dass für diese Untersuchung noch kein detaillierter Zeitplan vorliege. Ich glaube nicht das sich da wirklich was in den ganzen Jahren seit Bestehen der Bundeswehr geändert hat. Nur die Gesellschaft selber steht nun diesen sogenannten Ritualen sehr viel kritischer gegenüber (Gott sei dank). Aber wenn es nun wirklich zur Bildung einer Berufsarmee kommen sollte, kommen noch ganz andere Diskussionen auf den Tisch. Standortschliessungen, weiterer Verlust von Rüstungsaufträgen, Arbeitsplatzverluste und, und, und. Gar nicht davon zu reden wieviel Flaschenbierhändler nun in ihrer Existenz bedroht sind!
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Lassen wir uns mal überraschen. Und nun: „Computer aus, marsch marsch!!!“

Sonntag, 16. Januar 2011

Vergangenheitsprobleme

Unser Bundespräsident Christian Wulf hat die Tage, bei der Eröffnung einer Dauerausstellung über die ehemalige DDR Staatssicherheit, kurz Stasi, deutliche Worte gefunden. Anlass der Eröffnung war übrigens der 21. Jahrestag der Erstürmung der Zentrale der Staatssicherheit im Rahmen der friedlichen Revolution in der DDR. Er forderte in seiner Rede von allen Bundesbürgern eine stärkere Auseinandersetzung mit der ehemaligen DDR-Vergangenheit und forderte dass, das SED-Regime nicht nachträglich verharmlost werden darf! Wulff kritisierte öffentlich, dass es empörend sei, dass ehemalige Helfer der Diktatur ihre einstigen Opfer öffentlich verhöhnen könnten. "Wir müssen ihnen lauter und vernehmlicher widersprechen." Es sei erschreckend, wie verklärend viele Menschen heute im Rückblick auf die DDR blickten und dabei Menschenrechtsverletzungen und Unfreiheit ausblendeten. Ferner kündigte er in Zusammenarbeit mit der Aufarbeitungsstiftung eine eigene Veranstaltungsreihe unter dem Motto "Zukunft der Demokratie" an, bei der Junge Leute Zeitzeugen des DDR-Regimes begegneten. Wulff erklärte dabei, dass es mehr Orte zur Aufklärung und Mahnung geben müsse. Zur Zukunft der Stasi-Unterlagen-Behörde: „Diese habe einen bleibenden Auftrag!“ Deutliche und wahre Worte, denn Unrecht darf nie ungeschehen gemacht werden, geschweige denn Vergessen oder schlimmer noch, verdrängt werden. Aber unter anderem Namen weiter geführt werden, ist auch nicht ok, oder? Denn wie sieht denn nun die heutige Realität aus? Voratsdatenspeicherung, E-Personalausweis, Nacktscanner, unerlaubte Überwachung von Arbeitnehmern, und, und, und!!! Sind wir in Wirklichkeit nicht schon lange bei der Stasi 3.0 angekommen??? Kann mir gut vorstellen, dass in dieser Ausstellung eines Tages noch zum Andenken ein Rollstuhl als Anschauungsobjekt steht!!! Aber auch die Linkspartei, hat die Woche eine ganz besondere Art von Vergangenheitsbewältigung betrieben. Partei(mit)-Chefin Gesine Lötsch hat die Tage wieder mal unter Beweis gestellt, unter welche Gesinnung manche Parteigenossen weiter segeln. Lötzsch weckte nämlich vergangene Woche mit einem Artikel namens "Wege zum Kommunismus" Gespenster aus uralten Zeiten. Damit lieferte sie die bestmögliche Steilvorlage für alle Kritiker der Linkspartei. Denn wie ich es immer gesagt habe; die Linken sind das Sammelbecken von Sozialutopisten und Altkommunisten!!! Daran wird sich leider nie etwas ändern, wetten dass…!? Und kommen wir somit auch gleich zur absoluten politischen Gegenseite, zu denn Rechten. Denn bei der NPD, wird die Vergangenheit, bzw. ihren wahren Bestrebungen ganz einfach bewältigt. Die NPD fordert offenbar eigene Spitzenfunktionäre auf, eine weitgehende Verschwiegenheitserklärung zu unterzeichnen. Diese Erklärung verstößt nach Ansicht von Experten gegen das Parteienrecht, denn die NPD droht ihrem Personal bei Zuwiderhandlungen mit drastischen Geldstrafen. In dem Schreiben müssen die Mitglieder des Bundesvorstandes der Kommunalpolitischen Vereinigung der NPD versichern, dass sie keine Mitarbeiter oder Informanten "eines Amtes des Verfassungsschutzes, des Bundesnachrichtendienstes, des Militärischen Abschirmdienstes" oder sonstiger in- oder ausländischer Geheimdienste sind, ansonsten droht eine Strafe von 15.000 Euro. Ja so kann man auch ne marode Parteigasse zu retten versuchen. Die NPD selber wollte sich dazu natürlich nicht äußern, klar haben ja ne Verschwiegenheitserklärung unterschrieben. Wird langsam Zeit, dass auch dem letzten Verfassungsrichter klar wird, dass man das Grundgesetz nicht auch auf die anwenden sollte, welche es selber abschaffen möchten. Auf Deutsch: Löst endlich diesen braunen Wust auf. „Und zwar zackig“, um es mal in ihrer Sprache zu sagen. Und ich ziehe mich jetzt schweigend auf das Sofa zurück. Heimlich still und leise…

Samstag, 8. Januar 2011

Im Hochwasser auf Grund gesetzt!

Der Winter legt gerade eine kleine Pause ein, draußen ist es geradezu Frühlingshaft. Nur bereitet das ganze Tauwetter, gleich die nächsten Probleme. Während bei uns hier im Werratal alles noch relativ harmlos aussieht, sieht es an unserem anderem großen Fluss im Kreis, alles andere als harmlos aus. Die Fulda und vor allem ihr kleiner Nebenfluss, die Haune sind derzeit, zum Teil gewaltig über die Ufer getreten. Wie es aber zum jetzigen Zeitpunkt aussieht, scheint das schlimmste vorüber zu sein und die Pegelstände fallen wieder etwas. Wollen wir hoffen dass es hierzulande generell wieder eine Normalisierung der Pegelstände kommt. Wo es aber derzeit bei weitem nicht, zur „Normalisierung des Pegelstandes“ kommt, ist die FDP. Steuermann Westerwelle hält weiterhin an seiner Position auf der Brücke fest und verteidigte die Tage, in einer kämpferischen 70 Minütigen Rede, weiterhin seinen Posten. Am Ende gab es dafür sogar 3 Minuten Applaus (na gut, die meisten haben nach ‘ner Minute schon aufgehört, aber unser Guido selber war halt nicht zu bremsen). Aber ich muss schon sagen, wie ich ihn so habe stehen sehen, mit kämpferischen Durchhalteparolen, wildem Gestikulieren und der eigen Glaube daran auf dem richtigen Wege zu sein, ohne auch nur geringe Spur von Selbstkritik, das hatte was. Solche Reden fernab der Realität gab es zuletzt vor circa 70 Jahren in Berlin (Grins). Hat nur noch gefehlt, das er gerufen hätte: „Wollt ihr den totalen Wahlkampf?“ Dumm nur das die FDP weiterhin in der Wählergunst, auf nunmehr unter 4% abrutscht. Aber wahrscheinlich sind nur wir alle zu uneinsichtig, um zu sehen was die FDP doch alles Gutes für uns getan hat?! Ich würde zumindest mal sagen, dass der Flottenadmiral Westerwelle, trotz Hochwasser es geschafft hat, den Lobbyisten-Kutter FDP gewaltig auf Grund zu setzen – auch ne Leistung!!! Aber egal, am 11. April, also vier Wochen vor dem Ordentlichen FDP Parteitag, will das Präsidium sich mit den Landesvorsitzenden treffen. Ob man ihn dann Kielholen lässt? Oder lässt man ihn einfachüber die Planke springen? Oder setzt in auf einer einsamen Insel ab – Westerland??? Was meint ihr, alles klar auf der Andrea Liberalia??? Unterdessen legt die CSU ein Steuerkonzept vor, welches die Bundesbürger um insgesamt 6 Milliarden Euro entlasten soll. Hat das eigentlich nicht auch zuerst die FDP versprochen gehabt. Sollte nun die CSU die besseren „Steuer“-Männer haben??? Naja, dann steht jetzt wohl CSU für: Cash Segel Union!!! Mit Horst Seehofer als Kapitän Ahab: „Da vorn! Der Gelb-Blaue Westerwal, da bläst er!!!“
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Genug gelästert, wünsche euch ein paar trockene Füße!
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PS: Westerwelle als Wal zu bezeichnen, wäre auch nicht reell, ist momentan eher ein Stichling!

Dienstag, 4. Januar 2011

Auf ein (frohes) Neues!

Zuerst einmal wünsche ich euch allen, ein frohes neues Jahr! Auf das es alles das bringt, was ihr euch so wünscht. Das Jahr 2011 hat ja heute nun auch gleich mal mit einer Sonnenfinsternis begonnen. Wollen wir aber mal hoffen das es dieses Jahr doch denn ein oder anderen lichten Moment geben wird.
Aber einen lichten Moment auf den wir alle gewartet haben, ist ja nun schon mal nicht gekommen, sondern auf das nächste Jahr verschoben worden. Nämlich die schon ach so lang versprochene Steuervereinfachung. Als Gründe gab ein Sprecher des Finanzministeriums an, dass die Kosten aus dem Steuervereinfachungsgesetz im kürzlich beschlossenen Bundeshaushalt 2011 nicht eingeplant seien (so viel zur sogenannten vorausschauenden Politik!!!). Zudem könnten rückwirkende Rechtsänderungen in einigen Fällen zu erheblichem bürokratischen Aufwand führen (Doppel: !!!). Was für ein Murks, denn da die Vereinfachung zwar ab 01. Januar gegolten hätte, wäre sie doch trotzdem erst mit der Abgabe der Steuererklärung „nächstes Jahr“ erstmals zur Wirkung gekommen. Deshalb bin ich schon mal auf die Ausrede nächstes Jahr gespannt, was man dann für Gründe gegen die Reform einführt. Hat mal nicht schon vor Jahren ein Politiker gesagt, dass die Steuererklärung so einfach sein muss, dass sie auf einen Bierdeckel passt? Dann soll die Regierung nun gefälligst ihr Bier austrinken und den Deckel dazu, dem Bundesfinanzministerium als Vorlage geben! Aber passend zum Thema Politik in Deutschland, kommt nun noch einen andere Studie aus der Bertelsmann Stiftung, welche in dieselbe Kerbe haut. Denn in Deutschland geht es nach dieser Studie deutlich ungerechter zu als in vielen anderen Industrieländern. Bei einem Vergleich von 31 Mitgliedsstaaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) landete es nur auf Platz 15. Besorgniserregend sei vor allem die Kinderarmut in Deutschland, so die Studie. Hierzulande lebten 10,8 Prozent der Kinder unterhalb der Armutsgrenze. Selbst Ungarn (Rang 8) und Tschechien (Rang 13) schnitten in dieser Frage besser ab als Deutschland (Rang 14). Auf Platz eins landete übrigens Dänemark, hier sind lediglich 2,7 Prozent der Kinder betroffen. Aber auch im Bereich Bildung sehen die Forscher Nachholbedarf für Deutschland. Trotz verbesserter PISA-Ergebnisse hängt demnach der Erfolg von Schülerinnen und Schülern hierzulande weiterhin stark davon ab, über wie viel Geld die Eltern verfügen. Die Chancen auf sozialen Aufstieg durch eine bessere Ausbildung seien in Deutschland weiter deutlich geringer als in vielen anderen OECD-Staaten, so die Studie. Die Einschätzung spiegelt sich in diesem Bereich auch im Ranking wider: Deutschland landete mit Rang 22 nur im unteren Mittelfeld. Ihr seht also neues Jahr – alte Probleme! Ach und dann ist jetzt auch noch in den Eiern Dioxin gefunden wurden. Bis jetzt merke ich aber noch nichts… ;-) Macht’s gut ihr Leut!!!

Dienstag, 28. Dezember 2010

Der letzte Blog, macht’s gut!

Keine Angst, nur der letzte Blog des Jahres 2010. Nächstes Jahr geht es dann wieder weiter. Aber was schreibt man denn nun so am Jahresende? Nur positive Nachrichten wären schön, aber die Themen reißen nun mal nicht ab. Also: „Ab die Post“, oder besser gesagt beschäftigen wir uns mal mit der deutschen Post, über die ja jeder immer so gern schimpft. Denn die wollen mit der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di, gerade eine Lohnänderung aushandeln. Aber nicht nach oben, sondern nach unten. Sprich die Beschäftigten der Postbranche sollen weniger Geld bekommen. Gründe für die geplanten Sparmaßnahmen seien rückläufige Versandmengen und gestiegener Druck durch zunehmende Konkurrenz: "Die Versandmengen gehen jedes Jahr um zwei bis drei Prozent zurück. Darauf müssen wir reagieren", so die Post. Veränderungen könne man sich vor allem bei der Arbeitszeit und den Einstiegslöhnen vorstellen. Außerdem setzt der Konzern Parallel zur Briefzustellung, zunehmend auf den Briefversand über die Billig-Tochterfirma First Mail. Welche man laut angaben allein deshalb braucht, damit bei Aufträgen von Kommunen und anderen öffentlichen Kunden überhaupt Angebote abgeben können! Denn bei derartigen Ausschreibungen habe die Post wegen der höheren Löhne keinerlei Chancen, mit den anderen „freien“ Briefdiensten zu konkurrieren. Anstatt darüber zu diskutieren wie man die Löhne und Gehälter nach unten schrauben kann, sollte man nun doch eher den Druck auf die Politik erhöhen. Wie kann es denn bitte sein, dass ein Traditionsunternehmen immer mehr darunter zu leiden hat, das es sogenannte private Postanbieter gibt, welche sich um das Thema Mindestlohn nicht die Bohne kümmern. Wenn es jetzt nicht der Post AG und Ver.di gemeinsam gelingt die Politik über diesen Missstand aufmerksam zu machen, na dann gute Nacht für die Tarif-Politik in Deutschland. Denn das wäre dann ja wohl wirklich staatlich gefördertes Lohndumping. Aber wundern würde es mich auch nicht… Mehr möchte ich heute aber nicht mehr hier schreiben. Ich hoffe ihr habt alle ein schönes Jahr 2010 hinter euch gebracht. Auf das 2011 noch besser wird, oder zumindest besser als das bisherige. Wenn ich dieses Jahr hier im Blog jemanden auf die Füße getreten sein sollte, so tut mir das Leid und lag nicht in meiner Absicht. Es sei denn er ist von Beruf ein liberaler Außenminister!!! Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr und ein besonderer Gruß geht an alle meine IG-BCE Bekannten (geschlechtsneutral gemeint), ich freue mich darauf euch nächstes Jahr wieder zu sehen, alle!!!

Dienstag, 21. Dezember 2010

Das Christkind ist ein Chinese

Die Weihnachtsüberraschung schlechthin kommt derzeit aus China, denn der gerade etwas geschüttelte Euro bekommt starke Rückendeckung aus China. Denn die „kleine familiäre Volksrepublik“ aus Asien, will die EU im Kampf gegen die Schuldenkrise unterstützen. Beim Spitzentreffen zwischen Europa und China zum Dialog in Wirtschaft und Handel hat der chinesische Vize-Regierungschef Wang Qishan dazu genutzt, Europa seiner Unterstützung bei der Bekämpfung der Schuldenkrise zu versichern. Er sprach sich für eine intensivere Zusammenarbeit zwischen China und der EU aus. Sein Land habe zudem bereits konkrete Schritte unternommen, um einigen EU-Ländern bei der Bewältigung der Krise zu helfen. Für China ist die EU der größte Auslandsmarkt, umgekehrt ist China der zweitgrößte Markt für die EU. Klingt ja sehr schön, hat aber nichts mit (christlicher) Nächstenliebe zu tun, sondern ist eigentlich, vielmehr die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln. Denn noch immer kritisieren vor allem die USA Chinas Währungspolitik und werfen Peking vor, seine Währung künstlich abzuwerten, um sich selbst Exportvorteile zu verschaffen. Wang betonte aber, dass China an seiner vorsichtigen Währungspolitik festhalten werde, um ein stetiges und relativ schnelles Wirtschaftswachstum beizubehalten. Denn sollte sich jetzt China als Euro-Retter einen Namen machen und damit vom Angeklagten in den USA zum Retter in Europa werden, so könnte dies die Rolle des aufstrebenden Riesenreiches neu definieren (zumindest in Europa). Aber es ist damit eigentlich für jeden etwas dabei, denn ein zweiter Blick auf die chinesischen Aussagen zu Europa, macht die Situation bei weitem deutlicher. Denn Chinas Handelsminister Chen Deming äußerte sich nämlich deutlich vorsichtiger zur europäischen Situation: "Wir verfolgen genau, ob Europas Schuldenkrise sich kontrollieren lässt und werden dabei vor allem darauf achten, was im ersten Quartal des nächsten Jahres passiert!" China werde nun verstärkt verfolgen, ob sich Europas Konsens in der Schuldenkrise und bei der Risiko-Prävention auch in praktisches Handeln umwandeln lässt. China nun der Retter von Europa, oder doch nur der knallharte (rote) Kapitalist, welcher Europa selber weniger als Handelspartner, sondern nur mehr als eine „Absatzprovinz“ sieht, welche man zwanghaft am Leben halten muss??? Aber egal, dieses Jahr gibt es dann halt mal statt Weihnachtsgans, ne Pekingente! Aber mit Messer und Gabel, ich geb euch Stäbchen!!! Und wenn‘s doch in die Hose geht, können sie ja dann unseren Außenminister als Kantonsleiter bekommen. Dann gibt’s in Peking anstatt Frühlingsrolle, ne Westerwelle! Zum Abschluss mal wieder nen CD-Tipp. Das französische Elektro-Pop Duo Daft Punk, hat ein neues Album herausgebracht. Und das ist zugleich der Soundtrack des Kinofilms „The Tron legacy“. Ein klanglich recht unterhaltsames Werk der 2 Franzosen. Auf der Special-Edition befinden sich auf 2 CDs über 20 Instrumentale Lieder, welche recht hörenswert rüberkommen. Wer zum Beispiel auf die Musik eines Jean Michel Jarre steht, oder auf Elektro-Pop, dem kann ich das Album nur empfehlen. Mir selber gefällt es sehr gut und ich gebe dem Album 5 von 5 Sternen. Im Übrigen freu ich mich auch schon auf die Fortsetzung des Kultfilms von 1982 sehr! Das war mein letzter Blog dieses Jahr vor Weihnachten - einen hamma aba noch. Ich selber wünsche euch allen eine besinnliche Zeit. Ich hoffe dass ihr alle mehr oder weniger die Weihnachtsfeiertage mit euern Lieben verbringen könnt, und bei wem das nicht klappt: Beileid mit der Familie!!!

Dienstag, 14. Dezember 2010

Willkommen in der liberalen DDR!

(Heimatabend in Sachsen)
Die FDP-Führung hat momentan eine leichte politische Wintergrippe, oder anders Ausgesprochen: Man ist über Äußerungen aus den eigenen Reihen, derzeit etwas „Verschnupft“. Besonders gereizt ist die FDP-Spitze auf die derzeitige Kritik des schleswig-holsteinischen FDP-Fraktionschefs Wolfgang Kubicki. Dieser hatte in einem Nachrichtenmagazin die Lage der Liberalen "fast aussichtslos" genannt, unter anderem äußerte er folgende Bemerkungen: An der Basis hat die Auflösung schon begonnen. Die derzeitige Lage der FDP ähnelt der, der DDR-Führung, welche auch bis zum Schluss nicht bemerkte was wirklich los sei. Die Parteiführung sei selber dafür verantwortlich. FDP-Chef Guido Westerwelle kapselt sich ab!
(Striezelmarkt in Dresden)
Ein Vorwurf, den unser Herr Westerwelle natürlich nicht unbeantwortet ließ. Die FDP und er selbst hätten zwar ein schwieriges Jahr hinter sich, räumt Westerwelle ein, aber: Deutschland stehe auch deshalb so gut da, weil die FDP wichtige Weichen gestellt habe. Darüber müssten die Liberalen reden. Konsequenzen für sich lehnte der FDP-Chef ab: "Ich bin keiner, der bei Sturm von Deck geht." Joo, die richtigen Weichen gestellt, fragt sich für welches Abstellgleis. Und bei Sturm von Deck zu gehen braucht er wohl auch nicht, dafür genügt mal ne ordentliche (Wester-) Welle, welche ihm vom Regierungsdeck spült. Das wäre mal ein Sturmhoch! Herr Westwelle ist wirklich ein Meister darin, Politikversagen auch noch als Erfolg verkaufen zu wollen. Eines ist aber mal sicher, den Mann braucht keiner zu parodieren, der ist selber die Parodie in Person!!! Aber nur mal kurz: Die DDR gab es circa 40 Jahre, wie lang gibt es eigentlich schon die FDP???
(Historischer Weihnachtsmarkt - Königstein)
Und da ich gerade beim Thema „Blender und Verblendete“ bin, gleich mal ein Weihnachtsmarkt-Hinweis. Ich war die letzten paar Tage wieder einmal in der Sächsischen Schweiz (kurz SSW). Leider war das Wetter nicht so toll wie erwartet, aber sehr abwechslungsreich. Es hat nämlich abwechselnd geregnet und geschneit.
(Weihnachtsmarkt Bad Schandau - ohne Worte)
Aber wer von euch noch ein paar Tage Urlaub über hat, die dieses Jahr noch weg müssen, dem kann ich nur empfehlen mal am Wochenende auf die Festung Königstein zu fahren. Dort ist nämlich ein wunderschöner Mittelalter-Weihnachtsmarkt hoch über der SSW, aber bitte warm anziehen, dort oben zieht’s wie Hechtsuppe. Und wer dann noch ein paar Euros übrig hat, kann gleich nebenan in Dresden noch ein bisschen beim shoppen die Kreditkarte glühen lassen. Aber erspart euch den Weihnachtsmarkt am Altmarkt, besser bekannt unter dem Namen Striezelmarkt. Geht lieber ein paar Hundert Meter weiter zum historischen Weihnachtsmarkt an der Frauenkirche, der ist gemütlicher und wesentlich billiger. Dort kostet einen Bratwurst 2 Euro, am Altmarkt immerhin 3,50 Euro!!!
(Weihnachtsmarkt an der Frauenkirche)
Und Tschüß...

Donnerstag, 9. Dezember 2010

Mindestlohnunterschreitung ist kein Kavaliersdelikt

Vom Oberlandesgericht in Naumburg (Sachsen Anhalt) ist erstmals in Deutschland ein Arbeitgeber wegen nicht gezahlten Mindestlohn, vor Gericht verurteil worden. Im mittlerweile Revisionsprozess um nicht gezahlten Mindestlohn hat die besagte „Richtersammelstelle“ die Verurteilung eines Unternehmers zu einer Geldstrafe bestätigt. Die Richter wiesen damit seinen Einspruch gegen eine Entscheidung des Landgerichts Magdeburg zurück. Damit ist erstmals in Deutschland ein Unternehmer, der den vorgeschriebenen Mindestlohn nicht gezahlt hatte, wegen einer Straftat und nicht wegen einer Ordnungswidrigkeit verurteilt. Der angeklagte Unternehmer hatte von August 2004 bis Januar 2006 Osteuropäische Einwanderer als sogenannte Mini-Jobber für Monatslöhne zwischen 60 bis 170 Euro beschäftigt. Das Landgericht Magdeburg sah es zuvor jedoch als erwiesen an, dass die Reinigungskräfte zwei Wochen pro Monat in Zwölf-Stunden-Schichten arbeiten mussten. Der gezahlte Stundenlohn habe damit zwischen 1,79 Euro und weniger als einem Euro (!!!) betragen. Zu diesem Zeitpunkt lag übrigens, der gesetzliche Mindestlohn für Reinigungskräfte aber schon bei mindestens 7,68 Euro pro Stunde. Dem Gericht zufolge hätte den Arbeitern somit ein Lohn von rund 1.290 Euro zugestanden, so der Rechen-Schöffe Adam Riese! Leider verurteilten die Magdeburger Richter den Unternehmer bereits im Juli dieses Jahres nur zu einer Geldstrafe von 1.000 Euro, da dieser Arbeitslohn vorenthalten und veruntreut habe, um seinen Gewinn zu maximieren. Der Unternehmer gilt nun als vorbestraft. Das Oberlandesgericht Naumburg hingegen, begründete seine Entscheidung im Revisionsverfahren damit, dass die Prüfung des Magdeburger Urteils keine Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben habe. Die Richter bestätigten aber zudem, dass für die Sozialversicherung ein Schaden in Höhe von rund 69.000 Euro entstanden ist, weil der Verurteilte die Beiträge nur aus dem tatsächlich gezahlten Lohn und nicht aus dem Mindestlohn gezahlt hatte. Denke mal, das nun eine Null mehr hinter den 1000€ Geldstrafe mehr als angebracht gewesen wären, oder was meint ihr? Oder noch besser wäre gewesen, man hätte ihn mal dazu verurteilt 2 Monate lang selber zu dem Lohn arbeiten zu müssen. Und natürlich auch in den besagten 2 Monaten, wirklich auch nur von diesem Arbeitslohn leben zu „dürfen“!!! Als Kulturtipp gebe ich euch heute mal das Märchen vom „Ach so großen Arbeitslohn in Deutschland“. Denn laut dem statistischen Bundesamt in Wiesbaden, sind die Arbeitskosten in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren wesentlich langsamer als in den anderen EU-Staaten gestiegen. Während die Arbeitskosten zwischen 2000 und 2010 beispielsweise in den Niederlanden 39,0 Prozent zulegten, verteuerte sich die Arbeit in der deutschen Privatwirtschaft lediglich um 19,4 Prozent. Auch die Lohnnebenkosten erhöhten sich im letzten Jahrzehnt in keinem anderen EU-Land so langsam wie in Deutschland. Während die Statistiker in Deutschland ein Plus von 9,5 Prozent errechneten, ergab sich im EU-Durchschnitt ein Anstieg um 38,5 Prozent. Auch der Zuwachs der deutschen Bruttolöhne und Gehälter ist mit 22,4 Prozent Schlusslicht in der Tabelle der Statistiker. Die Arbeitskosten insgesamt, das sind übrigens Bruttolöhne und Gehälter plus Lohnnebenkosten, kletterten zum Vergleich am meisten im vergleichsweise armen Rumänien mit plus 485,4 Prozent, in Lettland (plus 207,4 Prozent), Estland (plus 153,5 Prozent) und Bulgarien (plus 138,2 Prozent). Soviel zur Mär vom billigem osteuropäischen Produktionsstandort! Den Blog habe ich übrigens diesmal mit den Bildern vom historischen Weihnachtsmarkt, auf der Wartburg garniert. Der ist wirklich noch Historisch und nicht hysterisch!!!

Donnerstag, 2. Dezember 2010

Verkehrsplanerinfarkt und gewerkschaftliche Bypässe

In Fulda kam es am Dienstag zu einer gewerkschaftlichen Fusion. Die Schwester-Gewerkschaften Transnet und ihre verbeamtete Schwester GDBA haben gestern in der hessischen Dom-Stadt den Weg zu einer Fusion freigemacht. Die Gründung der neuen Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) ist somit nun auch formal vollzogen. Der Chef oder besser „Oberschaffner“ der neu gegründeten Gewerkschaft, Alexander Kirchner, sagte auf dem Gründungskongress: "Wir wollen dem solidarischen Gedanken neues Leben in einer gemeinsamen Gewerkschaft einhauchen." Kirchner war übrigens bislang Vorsitzender der zum DGB gehörenden Transnet mit 210.000 Mitgliedern. Die Schwesterorganisation GDBA gehörte dem Beamtenbund an und bestand aus 30.000 Mitgliedern. Leider hat aber die selbsternannte Gewerkschaft GdL (34.000 MG), nicht die Möglichkeit zur Fusion mit genutzt, sondern kocht auch weiterhin ihr Einzelsüppchen. Deshalb übte DGB-Chef Michael Sommer auch erneut Kritik an der Lokführergewerkschaft GdL. "Wie weit soll eine Differenzierung nach außen denn gehen?", fragte Sommer. „Die jetzt vereinigten früheren Transnet- und GDBA-Mitglieder hätten erkannt, dass Einzelinteressen nicht zu kurz kommen, wenn man sich für das Gesamtinteresse einsetzt". Ja, da muss man sich schon fragen, welche Interessen die GDL denn nun insgesamt vertreten will, vernünftige Ergebnisse kann man eben nur durch Gesamtstärke und nicht durch Aufsplitterung erreichen. Mit solch einer Lobbymentalität fährt die GdL zwangsweise nur aufs Abstellgleis, bzw. entwickelt sich immer mehr zur „Schmalspur Gewerkschaft“! Ich wünsche jeden falls der EVG viel Erfolg, auch in der Frage der Zukunft des Bahnstandortes Bebra, welches ja hier im Kreise liegt. Bleiben wir gleich beim Thema Bahnhof, denn gestern fiel auch der lang erwartete Schlichterspruch von Heiner Geißler zum Volksthema Nummer 1, oder besser gesagt Nummer 21. Ja was ist denn nun herausgekommen? Ganz einfach gesagt: Stuttgart 21 kommt nicht! Nein, nun kommt was ganz anderes, nämlich „Stuttgart 21 Plus“ Heiner Geißler, hat sich für die Fortführung des Projekts ausgesprochen, fordert aber umfangreiche Nachbesserungen. Stuttgart 21 müsse umwelt- und behindertenfreundlicher, sicherer und leistungsfähiger werden als nach den derzeitigen Plänen (!!!). Die Gegner des Bahnprojekts hätten in der Schlichtung viele Schwachpunkte in den bestehenden Planungen aufgedeckt, so Oberschlichter Geißler. Na gut, dann wird’s halt noch ein paar Cent teurer. Ich dachte immer die Gegner währen komplett gegen den Bahnhof gewesen, wusste gar nicht dass die den nur noch größer wollten. Vielleicht jetzt sogar mit angegliederten Unterirdischen Flughafen. Das wäre dann wohl „Ultra Stuttgart 21 Plus Grand Deluxe“ Denke mal der ein oder andere Gegner fühlt sich jetzt gelinde gesagt, etwas gegeißlert!!! Nun kann ja Geißler gleich nach Norddeutschland weiterreisen denn Hamburgs Bürgermeister Christoph Ahlhaus (CDU) hat nach dem Ausstieg der GAL (nicht mit GdL verwechseln) aus der Koalition, die Planungen für die Stadtbahn gestoppt. Sowohl die Kosten in Höhe von rund einer Milliarde Euro als auch die Trassenfrage würden so viele Bedenken aufwerfen, dass eine Fortsetzung des Projektes derzeit nicht zu verantworten sei, so Ahlhaus. Ja Geiß-Man, auf mit der EVG in die Hansestadt, die Bahn kommt!!! Der Buchtipp gestaltet sich heute auch etwas skurril. „Der Kaiser von China“ von Tilmann Rammstedt. Zur Story: 5 Enkel schenken ihrem Großvater eine Reise ans Ziel seiner Wahl. Der wünscht sich China und der jüngste soll mit. Der verweigert sich aber und verjubelt das Geld vorher und lässt den Großvater alleine ziehen. Doch dann kommt ein Anruf, dass der Opa im Westerwald gestorben ist. Nun muss der Enkel eine Geschichte über ein fiktives China erfinden. Und er erfindet ein China, und was für eins! Recht lustig das Buch, wegen dem aber etwas einfallslosem offenen Schluss, ziehe ich einen Wok ab. Somit bekommt das Buch 4 von 5 Woks. Aber lesen lohnt sich, hat nur circa 200 Seiten, also nen Nachmittag. Eine Fortsetzung wäre gar nicht mal übel (Hallo Autor)! Macht’s gut, schönes Wochenende und viel Spaß beim Schneeschippen!!!

Montag, 29. November 2010

Ein „Leak“ ist im Eimer, im Eimer…

Es schneit, es schneit, kommt alle aus dem Haus (…), wir alle kennen wohl dieses Kinderlied von Rolf Zuckowski und seinen Plagen! Aber was da so verzaubert aussieht, bedeutet nichts anderes wie „draußen ist es bitterkalt und Schneeschippen, Schneeschippen und nochmals Schneeschippen". Aber soll mir recht sein, denn so können wir von K+S wenigstens wieder ordentlich Streusalz absetzen. Und gleichzeitig auch so manchen Mitmenschen, mal wieder beweisen, dass wir nicht nur einen wichtigen Betrag zur Weltweiten Ernährung, sondern auch für die tägliche Sicherheit im Straßenverkehr leisten. Das will nämlich im Moment nicht jeder so ganz kapieren! Aber nun zur Überschrift. Der amerikanische Geheimdienst hat gerade ein gewaltiges Leck, oder besser gesagt ein Wiki“leak“. Nachdem bereits vor geraumer Zeit schon 400.000 US-Geheimdokumente über den Irak-Krieg und 75.000 über den Afghanistaneinsatz auf der Internetplattform Wikileaks veröffentlicht wurden, steht nun die nächste Datenpanne an. Wikileaks will die Tage im Netz 251.287 diplomatische Berichte aus US-Botschaften veröffentlichen und mit der Veröffentlichung von vertraulichen US-Depeschen einen peinlichen Blick hinter die Kulissen der US-Diplomatie liefern. Neben den brisanten Bewertungen über internationale Politiker wird auch ein Schlaglicht auf die politische Prozesse geworfen. Ist aber schon interessant, muss ich zugeben, wie da so manche unserer Bundespolitiker beurteilt werden, oder besser gesagt „abgeurteilt“. Kanzlerin Merkel zum Beispiel wird als methodisch, rational und pragmatisch beurteilt. Unter Druck agiere sie beharrlich, aber sie meidet das Risiko und ist selten kreativ. Weil vieles an ihr abgleite, werde die Regierungschefin intern in den US-Berichten "Angela 'Teflon' Merkel" genannt. Klingt sehr realistisch, oder? Noch treffender wird aber unser Außenminister Westerwelle abgeurteilt. Seine Gedanken hätten wenig Substanz und er werde wenn er direkt herausgefordert wird, vor allem von politischen Schwergewichten, aggressiv und äußert sich abfällig über die Meinungen anderer Leute. Fazit er muss noch in sein Amt hineinwachsen (welches Amt denn: Außenminister oder gar Politiker selber?)! Frag mich nur für was man da einen Geheimdienst braucht, die hätten doch hier in Deutschland nur mal ne Umfrage in einer Fußgängerzone machen müssen!!! Nicht wirklich seltsam ist aber, dass die Website von WikiLeaks derzeit nach eigenen Angaben vor der Veröffentlichung durch eine umfassende Daten-Attacke lahmgelegt wurde. Die Adresse www.wikileaks.org war nach einem DDoS-Angriff (Distributed Denial of Service) vorübergehend nicht mehr erreichbar. Bei einer sogenannten DDoS-Attacke werden übrigens in einer abgestimmten Aktion von verschiedenen Stellen aus unzählige Datenanfragen an die Website gerichtet, bis der Webserver lahmgelegt ist. Wer hinter dem Angriff steht, ist offiziell noch unklar. Is ja klar, wer macht denn nur sowas? Vielleicht der Hobby-Computerclub der Freiwilligen Feuerwehr von Süderbrarup??? Deswegen als Kulturtipp, heute eine Blu-ray welche sich auch mit Peinlichkeiten befasst. „Going Postal“ (deutsch: ab die Post!) nach einem Roman des Scheibenwelt-Erfinders Terry Pratchett. Story: Gauner Feucht von Lipwig steht vor einer höchst unerfreulichen Wahl: Lord Havelock Vetinari, der despotische Herrscher von Ankh-Morpork, will, dass er das Postamt übernimmt, andernfalls würde er hingerichtet werden. Der Job wäre ja nicht so schlimm, doch das Amt des Postmeisters ist seit 20 Jahren nicht mehr besetzt gewesen und das Postamt ist komplett angefüllt mit uralten Briefen und Taubenmist. Und als von Lipwig das ihm unterstellte Postamt nebst Personal kennen lernt, verbessert sich seine Situation kaum! Ein herrlich skurriler Fantasyfilm mit Werwölfen, Golems, Vampiren und weitern abstrakten Gestalten. Wer zum Beispiel die Filme von Terry Gilliams mag, kommt bei diesem Streifen vollkommen auf seine Kosten. Der Film besteht aus 2 Teilen, mit einer Gesamtlänge von 185 Minuten. Ich gebe dem Film 4 von 5 Sternen. …und ich mach mich jetzt auch „ab die Post“ …goodbye…

Donnerstag, 25. November 2010

Willkommen in der Realität

Willkommen in der Realität, oder auch das große Erwachen beginnt. Heute gab es gleich eine erstaunliche Erkenntnisse, welche sich mit dem Thema Nummer 1 (Nein nicht das was ihr denkt, sondern das woran wir Gewerkschafter oftmals denken), nämlich der Arbeitszeit und ihrer Vergütung (nicht Verhütung), sprich Entlohnung. Eine erstaunliche Erkenntnis ist, dass die FDP nun langsam beim Thema Mindestlohn einknickt. Man gibt offenbar den Widerstand gegen den von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen geforderten Mindestlohn für Zeitarbeiter auf. "Wenn die Union auf einem Zeitarbeits-Mindestlohn beharrt, wollen wir uns dem nicht in den Weg stellen", so FDP-Fraktionsvize Heinrich Kolb. "Wir sind nicht dogmatisch" (Naajaa…), fügte er hinzu. In der Frage aber, wie das Vorhaben nun konkret umgesetzt werden solle, gebe es aber noch Meinungsunterschiede. Bislang hatten nämlich die Liberalen einen Mindestlohn für Zeitarbeiter konsequent abgelehnt. "Wir sind weiterhin der Meinung, dass ein Mindestlohn in der Zeitarbeit nicht notwendig ist", hatte der arbeitsmarktpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Johannes Vogel, erst gestern noch erklärt. "Wir wollen stattdessen einführen, dass Stammbelegschaft und Zeitarbeiter nach einer Frist (10 Jahre?) gleich bezahlt werden", hatte er hinzugefügt. Arbeitsministerin Von der Leyen dagegen, hatte erst gestern ihre Forderung nach einer raschen Einführung des Mindestlohns für Zeitarbeiter erneuert. "Wir wollen verhindern, dass über ausländische Tarifverträge Lohndumping zu uns transportiert wird", sagte sie. Hintergrund für den plötzlichen Sinneswandel ist die bevorstehende Öffnung des deutschen Arbeitsmarkts für Arbeitnehmer aus den mittel- und osteuropäischen Staaten. Für sie gilt noch bis Mai 2011 eine Übergangsfrist bei der sogenannten Arbeitnehmerfreizügigkeit. Ab dann werden diese Arbeitnehmer im Normalfall nach dem geltenden Tarifvertrag bezahlt. In jenen Branchen, in denen Lohndumping seit langem ein Problem ist, gibt es inzwischen Mindestlöhne, etwa auf dem Bau, bei Gebäudereinigern oder in der Pflegebranche. Für Zeitarbeiter gibt es einen solchen Mindestlohn noch nicht. Noch besser wären aber statt eines Mindestlohns, halt Flächentarifverträge, die werden nämlich nicht nur einmal eingeführt, sondern auch regelmäßig „gepflegt“. Und bin mal gespannt ob es wieder einen Mindestlohn Ost und West geben wird! Aber zumindest schon mal ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Fragt sich jetzt nur, ob die FDP wirklich von alleine zur Vernunft gekommen ist, oder ob ihr der große Regierungspartner die Pistole auf die Hühnerbrust gesetzt hat? Denn wenn man mal genau hinschaut, wer sich da so alles in den Aufsichtsräten der großen Entleiher tummelt, dann habe ich wenig Hoffnung auf einen finanziellen Quantenprung im Geldbeutel der Betroffenen! Gebt mal bei Google: Politiker, Aufsichtsrat und Leiharbeit ein, sehr interessant kann ich nur sagen. Der Buchtipp ist heute auch gerade für uns Arbeitnehmer sehr interessant. „Wie die lieben Kollegen ticken – 111 Fakten fürs Überleben im Haifischbecken“, von Hauke Brost. Der Autor hat Deutschlandweit mit über 1000 Arbeitnehmern gesprochen und die schrillsten aber stets wirklichen Geschichten über das Zusammenspiel der betrieblichen Akteure in diesem Buch versammelt. Warum darf man beispielsweise nicht jede Kaffeetasse benutzen, wie wichtig die richtige Sitzordnung in einer Besprechung ist, und vor allem: Wenn man wirklich eine Gemeinheit aushecken will, ist es äußerst ratsam ein (schwächeren) Kollegen mit ins Boot zu nehmen. Denn wenn der Schuss dann nach hinten losgeht, hat man ja jemandem, dem man die Schuld in die Schuhe schieben kann. Klingt gemein, ist aber wirklich so. Im Übrigen ist auch das Thema Betriebsräte selber sehr interessant, dort hat man dann beim Lesen, doch mal den einen oder anderen BR-Kollegen vor Augen!!! Sehr tolles Buch, welches zum Teil recht humorvoll, aber manchmal auch sehr harte Beispiele auflistet. Kann ich euch nur empfehlen und gebe dem Buch die Höchstwertung von 5 von 5 Sternen. So viel für Heut, Glückauf ihr Leut…