Dienstag, 20. Dezember 2011
Am Jahresende noch eine gute Tat!
Sonntag, 30. Oktober 2011
Die Entdeckung der Arbeitsarmut?
Montag, 5. September 2011
Deutschland ein Schurkenstaat?
Zuerst einmal Entschuldigung dafür, dass der Blog nahezu einen ganzen Monat geruht hat. Aber in den letzten Wochen war auf der ganzen Welt, nichts aber auch gar nichts los! Nein, Scherz beiseite, der Grund war einfach mal eine Schreibmüdigkeit meinerseits, ich gelobe in Zukunft wieder Besserung. Also – Der Zeitsonde-Blog geht weiter, versprochen!!!
Aber genug Finanzpolitik. Der DGB hat sich gerade wieder dem leidigen Thema Hartz-IV angenommen. Die umstrittene Reform mit neuberechneten Regelsätzen und einem Bildungspaket für bedürftige Kinder erfüllt nach Ansicht des DGB nicht die Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts. Der DGB stützt seine Ansicht auf zwei im Auftrag der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung erstellten Gutachten.Donnerstag, 9. Dezember 2010
Mindestlohnunterschreitung ist kein Kavaliersdelikt
Vom Oberlandesgericht in Naumburg (Sachsen Anhalt) ist erstmals in Deutschland ein Arbeitgeber wegen nicht gezahlten Mindestlohn, vor Gericht verurteil worden. Im mittlerweile Revisionsprozess um nicht gezahlten Mindestlohn hat die besagte „Richtersammelstelle“ die Verurteilung eines Unternehmers zu einer Geldstrafe bestätigt. Die Richter wiesen damit seinen Einspruch gegen eine Entscheidung des Landgerichts Magdeburg zurück. Damit ist erstmals in Deutschland ein Unternehmer, der den vorgeschriebenen Mindestlohn nicht gezahlt hatte, wegen einer Straftat und nicht wegen einer Ordnungswidrigkeit verurteilt.
Der angeklagte Unternehmer hatte von August 2004 bis Januar 2006 Osteuropäische Einwanderer als sogenannte Mini-Jobber für Monatslöhne zwischen 60 bis 170 Euro beschäftigt. Das Landgericht Magdeburg sah es zuvor jedoch als erwiesen an, dass die Reinigungskräfte zwei Wochen pro Monat in Zwölf-Stunden-Schichten arbeiten mussten. Der gezahlte Stundenlohn habe damit zwischen 1,79 Euro und weniger als einem Euro (!!!) betragen. Zu diesem Zeitpunkt lag übrigens, der gesetzliche Mindestlohn für Reinigungskräfte aber schon bei mindestens 7,68 Euro pro Stunde. Dem Gericht zufolge hätte den Arbeitern somit ein Lohn von rund 1.290 Euro zugestanden, so der Rechen-Schöffe Adam Riese!
Leider verurteilten die Magdeburger Richter den Unternehmer bereits im Juli dieses Jahres nur zu einer Geldstrafe von 1.000 Euro, da dieser Arbeitslohn vorenthalten und veruntreut habe, um seinen Gewinn zu maximieren. Der Unternehmer gilt nun als vorbestraft. Das Oberlandesgericht Naumburg hingegen, begründete seine Entscheidung im Revisionsverfahren damit, dass die Prüfung des Magdeburger Urteils keine Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben habe. Die Richter bestätigten aber zudem, dass für die Sozialversicherung ein Schaden in Höhe von rund 69.000 Euro entstanden ist, weil der Verurteilte die Beiträge nur aus dem tatsächlich gezahlten Lohn und nicht aus dem Mindestlohn gezahlt hatte. Denke mal, das nun eine Null mehr hinter den 1000€ Geldstrafe mehr als angebracht gewesen wären, oder was meint ihr? Oder noch besser wäre gewesen, man hätte ihn mal dazu verurteilt 2 Monate lang selber zu dem Lohn arbeiten zu müssen. Und natürlich auch in den besagten 2 Monaten, wirklich auch nur von diesem Arbeitslohn leben zu „dürfen“!!!
Als Kulturtipp gebe ich euch heute mal das Märchen vom „Ach so großen Arbeitslohn in Deutschland“. Denn laut dem statistischen Bundesamt in Wiesbaden, sind die Arbeitskosten in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren wesentlich langsamer als in den anderen EU-Staaten gestiegen. Während die Arbeitskosten zwischen 2000 und 2010 beispielsweise in den Niederlanden 39,0 Prozent zulegten, verteuerte sich die Arbeit in der deutschen Privatwirtschaft lediglich um 19,4 Prozent. Auch die Lohnnebenkosten erhöhten sich im letzten Jahrzehnt in keinem anderen EU-Land so langsam wie in Deutschland. Während die Statistiker in Deutschland ein Plus von 9,5 Prozent errechneten, ergab sich im EU-Durchschnitt ein Anstieg um 38,5 Prozent. Auch der Zuwachs der deutschen Bruttolöhne und Gehälter ist mit 22,4 Prozent Schlusslicht in der Tabelle der Statistiker.
Die Arbeitskosten insgesamt, das sind übrigens Bruttolöhne und Gehälter plus Lohnnebenkosten, kletterten zum Vergleich am meisten im vergleichsweise armen Rumänien mit plus 485,4 Prozent, in Lettland (plus 207,4 Prozent), Estland (plus 153,5 Prozent) und Bulgarien (plus 138,2 Prozent). Soviel zur Mär vom billigem osteuropäischen Produktionsstandort!
Den Blog habe ich übrigens diesmal mit den Bildern vom historischen Weihnachtsmarkt, auf der Wartburg garniert. Der ist wirklich noch Historisch und nicht hysterisch!!!
Donnerstag, 25. November 2010
Willkommen in der Realität
Willkommen in der Realität, oder auch das große Erwachen beginnt. Heute gab es gleich eine erstaunliche Erkenntnisse, welche sich mit dem Thema Nummer 1 (Nein nicht das was ihr denkt, sondern das woran wir Gewerkschafter oftmals denken), nämlich der Arbeitszeit und ihrer Vergütung (nicht Verhütung), sprich Entlohnung.
Eine erstaunliche Erkenntnis ist, dass die FDP nun langsam beim Thema Mindestlohn einknickt. Man gibt offenbar den Widerstand gegen den von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen geforderten Mindestlohn für Zeitarbeiter auf. "Wenn die Union auf einem Zeitarbeits-Mindestlohn beharrt, wollen wir uns dem nicht in den Weg stellen", so FDP-Fraktionsvize Heinrich Kolb. "Wir sind nicht dogmatisch" (Naajaa…), fügte er hinzu. In der Frage aber, wie das Vorhaben nun konkret umgesetzt werden solle, gebe es aber noch Meinungsunterschiede. Bislang hatten nämlich die Liberalen einen Mindestlohn für Zeitarbeiter konsequent abgelehnt. "Wir sind weiterhin der Meinung, dass ein Mindestlohn in der Zeitarbeit nicht notwendig ist", hatte der arbeitsmarktpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Johannes Vogel, erst gestern noch erklärt. "Wir wollen stattdessen einführen, dass Stammbelegschaft und Zeitarbeiter nach einer Frist (10 Jahre?) gleich bezahlt werden", hatte er hinzugefügt.
Arbeitsministerin Von der Leyen dagegen, hatte erst gestern ihre Forderung nach einer raschen Einführung des Mindestlohns für Zeitarbeiter erneuert. "Wir wollen verhindern, dass über ausländische Tarifverträge Lohndumping zu uns transportiert wird", sagte sie. Hintergrund für den plötzlichen Sinneswandel ist die bevorstehende Öffnung des deutschen Arbeitsmarkts für Arbeitnehmer aus den mittel- und osteuropäischen Staaten. Für sie gilt noch bis Mai 2011 eine Übergangsfrist bei der sogenannten Arbeitnehmerfreizügigkeit. Ab dann werden diese Arbeitnehmer im Normalfall nach dem geltenden Tarifvertrag bezahlt. In jenen Branchen, in denen Lohndumping seit langem ein Problem ist, gibt es inzwischen Mindestlöhne, etwa auf dem Bau, bei Gebäudereinigern oder in der Pflegebranche. Für Zeitarbeiter gibt es einen solchen Mindestlohn noch nicht.
Noch besser wären aber statt eines Mindestlohns, halt Flächentarifverträge, die werden nämlich nicht nur einmal eingeführt, sondern auch regelmäßig „gepflegt“. Und bin mal gespannt ob es wieder einen Mindestlohn Ost und West geben wird! Aber zumindest schon mal ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Fragt sich jetzt nur, ob die FDP wirklich von alleine zur Vernunft gekommen ist, oder ob ihr der große Regierungspartner die Pistole auf die Hühnerbrust gesetzt hat? Denn wenn man mal genau hinschaut, wer sich da so alles in den Aufsichtsräten der großen Entleiher tummelt, dann habe ich wenig Hoffnung auf einen finanziellen Quantenprung im Geldbeutel der Betroffenen! Gebt mal bei Google: Politiker, Aufsichtsrat und Leiharbeit ein, sehr interessant kann ich nur sagen.
Der Buchtipp ist heute auch gerade für uns Arbeitnehmer sehr interessant. „Wie die lieben Kollegen ticken – 111 Fakten fürs Überleben im Haifischbecken“, von Hauke Brost. Der Autor hat Deutschlandweit mit über 1000 Arbeitnehmern gesprochen und die schrillsten aber stets wirklichen Geschichten über das Zusammenspiel der betrieblichen Akteure in diesem Buch versammelt. Warum darf man beispielsweise nicht jede Kaffeetasse benutzen, wie wichtig die richtige Sitzordnung in einer Besprechung ist, und vor allem: Wenn man wirklich eine Gemeinheit aushecken will, ist es äußerst ratsam ein (schwächeren) Kollegen mit ins Boot zu nehmen. Denn wenn der Schuss dann nach hinten losgeht, hat man ja jemandem, dem man die Schuld in die Schuhe schieben kann. Klingt gemein, ist aber wirklich so. Im Übrigen ist auch das Thema Betriebsräte selber sehr interessant, dort hat man dann beim Lesen, doch mal den einen oder anderen BR-Kollegen vor Augen!!! Sehr tolles Buch, welches zum Teil recht humorvoll, aber manchmal auch sehr harte Beispiele auflistet. Kann ich euch nur empfehlen und gebe dem Buch die Höchstwertung von 5 von 5 Sternen.
So viel für Heut, Glückauf ihr Leut…Mittwoch, 19. Mai 2010
Wir steuern Steuerlos durch die Steuerdebatte!
Zuerst einmal einen Glückwunsch an den neuen alten DGB-Vorsitzenden Michael Sommer, welcher am vergangenen Wochenende, auf dem DGB-Kongress mit knapp 94% wiedergewählt worden ist (gab zumindest keine Alternative!). Der Vorname Michael scheint ja gerade bei Gewerkschaftsvorsitzenden voll in zu sein.
Natürlich gab es viele Gratulationen aus dem Bereich Wirtschaft und Politik, aber gerade aus dem letztgenannten Bereich gab es durch die „Persöna nön Christa“ Frau Merkel ihres Zeichens Bundeskanzlerin, auch gleich eine heftige Absage zum geforderten DGB Mindestlohn von 8,50€ die Stunde. Klar wo Frau Merkel wohnt ist dies ja in der normalen Arbeitnehmerschaft fast schon ein Spitzenverdienst. Der geforderten Finanz-Transaktionssteuer gab sie dann auch gleich ein „Nein“ mit auf dem Weg, gut nur das hierbei in der CDU-Politischen Basis schon der Widerstand zu bröckeln beginnt, scheinbar ist man dort näher an der Realität.
Jo, würde mal sagen die gewerkschaftliche Arbeit wird in Zukunft irgendetwas, aber sicherlich nicht einfacher. Während man in anderen Ländern mit so markanten Sprüchen wie: „Yes, we can!“, ganze Völkerscharen hinter sich ziehen kann, heißt es hierzulande wohl eher: „Nö, we can’t!“
Aber DIW-Präsident Klaus Zimmermann hat uns heute Lösung aller Probleme gezeigt. Nämlich eine Erhöhung der Mehrwertsteuer von derzeit gerade einmal 19%, auf angebrachte 25%! Nach Aussage von Herrn Z. (Bitte nicht mit Thomas Z. verwechseln) ist dies zum Beispiel in Skandinavien ein völlig normaler Mehrwertsteuersatz. Mag sein, aber dort gibt es dafür auch keine Ökosteuer, Sektsteuer, Solidaritätsbeitrag, und, und, und. So ganz nebenbei werden dort auch die Steuereinnahmen Großteils wirklich für das verwendet, wozu sie auch gedacht ist, von wegen: „Rasen für die Rente und Rauchen für den Straßenbau!“
Mein Vorschlag wäre, mal den Herrn Z. einen Ausweg aus Deutschland zu zeigen, nämlich in Richtung Skandinavien. Dort könnte er doch gleich mal ein 12 Jähriges Erfahrungspraktikum absolvieren, oder? Der Außenminister wäre da sogar ein richtig toller Reisebegleiter!
Aber wollen wir mal beim Lesetipp nicht nach vorne, sondern nach hinten schauen: „Drood“ von Dan Simmons. Am 09. Juni 1865, kommt es bei Staplehurst, in der Nähe von London zu einem schweren Eisenbahnunglück, bei dem Zahlreiche Menschen sterben. Unter den Überlebenden der Katastrophe befindet sich der berühmte Schriftsteller Charles Dickens (Oliver Twist, David Copperfield). Dies ist übrigens wirklich geschehen, viele Zeitzeugen von Dickens sagten, dass er von da an ein anderer Mensch war. Der Roman schildert aus der Sicht des ebenfalls realen Schriftsteller und Freund Dickens, Wilkie Collins (The frozen deep), den anschließenden Wahnsinn des Autors. Welcher beim Unglück eine geheimnisvolle Gestallt namens Drood gesehen haben will und Dickens wie der Tod selber erscheint. Auf der Suche nach den mysteriösen Drood, geraden Dickens und Collins immer mehr in einen Sog aus Drogen und Gewalt. Auf knapp 1000 Seiten schildert Dan Simmons ein erschreckend reales Bild auf ein London des 19. Jahrhunderts, mit all seinen Abgründen und heute als seltsam erscheinenden Gesellschaftsformen. Da das Buch von der ersten Seite an den Leser an sich fesselt, gebe ich ihm 5 von 5 Tintenfässer, ein Dan Simmons-Roman halt!!!
Glückauf ihr Leut…
Donnerstag, 11. März 2010
Der Mindestlohn ist bereinigt!
Nicht um Lohnerhöhungen sonder schlicht und einfach Arbeitsplatzerhaltungen in Ost und West durchzusetzen, standen wir am Montagnachmittag neben vielen Hundert Mitarbeitern von Kali und Salz, oder genauer gesagt der „K+S Kali GmbH Werk Werra (Was’n Name) dicht an der hessisch/thüringischen Grenze, genauer gesagt in Philippsthal an der Orangerie, um der Übergabe der Empfehlungspapiere des „Runden Tisches – Werra/Weser Gewässerschutz und Kaliproduktion“ (nicht nen minder besserer Name) an die K+S Unternehmensleitung beizuwohnen. Neben Landrat und Gewässerschutzexperten, waren auch die Umweltministerin Silke Lautenschläger (Hessen) und Umweltminister Jürgen Reinholz (Thüringen) anwesend. Ziel ist es nun technisch alles in der Macht stehende zu tun um unser Zukunftsträchtiges Unternehmen auch weiterhin eine Zukunftsperspektive zu geben. Sollte die geforderte Salzwasserpipeline in die Nordsee nun wirklich kommen, dann muss auch die Politik alles daran setzen, dass sie technisch umgesetzt werden kann. Wir Kalikumpel vertrauen auf euch, was anderes bleibt ja auch nicht übrig!
Da ich mal wieder im Kino war, will ich dementsprechend auch mal wieder einen Kinotipp abgeben: „Alice im Wunderland“ von Kultregisseur Tim Burton stand auf dem Programm. Natürlich spielt in dieser Burton typischen surrealen Produktion auch wieder Johnny Depp in der Hauptrolle mit. Ein recht netter 3D Film, mehr aber leider auch nicht, sehr gut gemacht zwar aber irgendwie will nicht so recht Spannung aufkommen. Dem Film fehlt irgendwie etwas Leben, alles ist zu geradlinig und vorhersehbar. Deswegen gebe ich 3 von 5 „Köpfe ab!!!“, kein schlechter Film aber auch nicht der Reißer eben.
PS: Zu den Kommentaren meines letzten Blogs. Nein, ich will die Menschen nicht ändern. Ich möchte nur dass sie nicht alles so hinnehmen, sondern ruhig auch mal nachfragen!
Zu meiner Kommasetzung: Ja ich gestehe, dass ich ein Satzzeichen Legastheniker bin. Mea, culpa!!!
PPS: Das Komma zwischen Mea und culpa war’n Scherz, so doof bin ich ja auch nicht… ;-)
Sonntag, 21. Februar 2010
Lohnerhöhung in der Forderung!
Denn um der vollen Freizügigkeit der EU-Arbeitnehmer (nennt sich wirklich so, hat aber eher mit „Freibrief der AG“ zu tun!), welche ab dem 01. Mai 2011 gilt, entgegen zu wirken, hatte man bereits schon im Jahre eine gesetzlich Lohnuntergrenze von 7.50 Euro gefordert. Nun gab eine Sprecherin des Deutschen Gewerkschaftsbund bekannt, man wolle seine damalige Mindestlohn-Forderung von 7,50 Euro auf 8,50 Euro hoch setzen. Dies werde der Bundesvorstand in seinem Antrag für den Bundeskongress der DGB-Gewerkschaften im Mai vorschlagen.
Na, da ist ja zumindest beim Mindestlohn schon ne ziemliche Inflation im Gange, innerhalb von 4 Jahren knapp 15% mehr Lohn, aber mal ernsthaft, eigentlich mehr als gerechtfertigt, denn in Belgien beispielsweise liegt der Mindestlohn bei 8.41€ und in Luxemburg sogar bei 9.73€! Und vor allen bitte keine Debatten mehr über Mindestlohn Ost und Mindestlohn West, die sind nämlich über 20 Jahre nach dem Mauerfall eine Schande!!!
Hat eigentlich jemand von euch, am Mittwoch die Sendung „Abenteuer Wissen“ mit ihrem Bericht über K+S gesehen? Also ich bin schon mehr als enttäuscht über das ZDF, denn solch eine einseitige, mit Halbwahrheiten und glatten Lügen strotzende Sendung, hätte ich vom einen Privatsender, in seiner Anfangszeit erwartet. Aber nicht von einem Sender, welcher nicht nur von unser aller Fernsehgebühren bezahlt wird, und für seine Sendung „Abenteuer Wissen“ schon eine Auszeichnung, wegen ihrer guten Berichterstattung gewonnen hat. Hier hat man nun gnadenlosen selbsternannten „Umweltexperten“, eine Plattform für ihre Lügen gegeben. Beispiel nur mal die genannte Salzeinleitung in die Werra, welche laut dem ZDF, ja nach einer Regelung aus dem Jahre 1943 geschieht. Das genannte Gesetz, stammt tatsächlich aus dem Jahre 1943, die darin enthaltenen Grenzwerte, wurden aber schon seit Jahrzehnten immer weiter heruntergeschraubt. Von einer Spitzenbelastung von 30.000 Milligramm pro Liter in den 80’er Jahren durch die damalige DDR, auf heutige 2.500 Milligramm, welche in den nächsten Jahren noch weiter unter 2.000 Milligramm gesenkt werden. Demnach gibt es auch keine Trinkwasserbelastung der Stadt Bremen von uns, denn da der Chloritgehalt beim Zusammenfluss von Werra und Fulda zur Weser, dort bereits nur noch 400 Milligramm beträgt, Tendenz wie gesagt in Zukunft weiter fallend! Der Chlorit-Höchstgehalt für Trinkwasser liegt bei 600 Milligramm, Mehrwasser enthält übrigens 19.000 Milligramm! Könnte hier noch endlos weiter über die genannten „Fakten“ schreiben, aber dazu reicht leider der Platz nicht.
Der Slogan „Mit dem zweiten sieht man besser!“, war bei dieser Sendung leider nicht zutreffend. Das andere Auge war hier wohl mehr ein Holzauge, widerlicher Sensationsjournalismus pur, Pfui!
Im laufe der Woche berichte ich vom Treffen unseres IG-BCE Referentenarbeitskreis und unserer Bildungsmethoden für unsere BR-Seminare 2010, ZDF Mitarbeiter sind auf unseren Seminaren übrigens gerne Eingeladen, damit sie mal lernen, wie man wahre Fakten anständig und seriös weitervermittelt!!!
Übrigens: Als das Privatfernsehen im Jahre 1985 (RTL) erstmalig gestartet ist, sprach Helmut Schmidt damals vom Untergang des Abendlandes. Das Öffentlich-Rechtliche scheint gerade fleißig mit am absaufen zu sein…
Mittwoch, 14. Januar 2009
Schön reden können sie ja alle…
Zumindest in der Mindestlohn Debatte, sind sich die beiden (noch) großen Volksparteien, gestern einen winzigen Schritt näher gekommen. Man hat sich auf die Einführung eines Mindestlohn, für die circa 700.000 Zeitarbeiter, hier in Deutschland geeinigt. Wie hoch er nun sein soll und ab wann steht noch nicht fest, das wäre ja jetzt auch zu viel auf einmal gewesen, oder? Fakt ist aber:
Der Mindestlohn wird nicht so kommen, wie ihn die SPD für alle Branchen gefordert hatte. Laut der CDU, bedeutet dies, dass es keine Allgemeinverbindlichkeit zu einem Tarifvertrag geben wird. Untersagt werden sollen laut CDU Generalsekretär Pofalla, lediglich sittenwidrige Löhne in der Zeitarbeit. Mit einer Lohnuntergrenze will die Koalition festlegen, bis zu welcher Höhe der Arbeitgeber nach unten vom Tariflohn abweichen darf (nach oben dürfen sie natürlich gerne!). Diese Grenze wirkt somit wie ein Mindestlohn. Klingt für mich wieder mal wie ein Gummi-Paragraph, der viel zu viele „wenn und aber“ offen lässt! Wie seht Ihr das, ein erster wichtiger Schritt in Richtung Mindestlohn, oder nur Augenwischerei, mit der keinem wirklich geholfen ist???
Aber nicht nur das politische Klima, ist zurzeit mehr als eisig, zumindest hier in Osthessen hat der Winter uns fest im Griff. Ich selber kann im Moment nur staunen, wie diese „Sensation“ in den Print- und Telemedien geschildert wird. Leute, haben die dort alle ein Kurzzeitgedächtnis, oder leben die erst seit ein paar Jahren hier in Deutschland? Jeden Tag, egal ob Zeitung oder Fernsehen, eine neue Sensation über zugefrorene Seen, auf denen Kinder Schlittschuh laufen. Also Leute, eigentlich ein vollkommen normaler Winter, so war’s früher jedes Jahr im Winter, bloß die letzten Jahre waren etwas „Mild“ ausgefallen!!! Deswegen habe ich heute mal den Blog, mit ein paar Winterimpressionen gespickt. Unter anderen mit einer Panoramaaufnahme, der derzeit zugefrorenen Werra, welche wir Kalikumpel ja ach so versalzen?!
Als Kulturtipp, heute mal ein paar Informationen über einen gewissen Herrn Stauffenberg, welcher ja gerade im Moment, beflügelt durch den Film „Operation Walküre“ und viele Fernsehberichte, wieder überall als Volksheld im Widerstand dargestellt wird. Es mag sein, dass Claus Schenk Graf von Stauffenberg, nun die Symbolfigur des Deutschen Widerstands schlechthin ist. Aber wenn man sich mit Geschichte befasst, dann soll man sie im Ganzen sehen. Und die zeigt deutlich, das die ganze Familie Stauffenberg, zur damaligen Zeit, eine überzeugte Preußische Offiziersfamilie war, welche den Krieg anfangs mit befürwortete. Erst durch seine Erlebnisse im Krieg und die daraus selbst erlebten Verletzungen, nämlich den Verlust eines Auges und eines Armes, brachten in zum Nachdenken über das Hitler-Regime und seiner Kriegsforderung an die ganze Welt. Manchmal muss man erst ein Auge verlieren, um plötzlich sehen zu können!
Ziel des Attentats, war in erster Linie die Beseitigung Hitlers, aber unter einer Fortführung der Regierungsgeschäfte, unter der Führung von ihm und seinen Mit-Offizieren. Wie das nun Kriegs- oder Friedenspolitisch letztendlich für Deutschland ausgesehen hätte bleibt mehr als fraglich. Ich selber habe nur die böse Vorahnung, das Hollywood in dem demnächst erscheinenden Film „Operation Walküre“, wieder einmal die Geschichte sehr verfremdet darstellt, und das auch noch mit dem Scientologen Tom Cruise in der Hauptrolle. Deswegen werde ich mir den Film erst gar nicht anschauen. Erstmal wegen dem Scientology Hintergrund und zweitens wegen der sicherlichen Glorifizierung des Graf von Stauffenberg!
Also, Geschichte bitte selber Lesen und beurteilen, und sie sich nicht vom fernen Hollywood aus, erzählen lassen!!!
Bis die Tage, ich schreib weiter – keine Frage!





